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Börse Frankfurt News
feed text Roth:"Facebook hat sich verzockt"
Donnerstag, 24 May 2012 14:15:40 GMT

24. April 2012. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Wegen Problemen beim Handelsstart prüft Facebook den Wechsel von der Technologie Börse Nasdaq zur traditionellen New York Stock Exchange. So lautet die Mitteilung des Tages. Es war zuvor beim Börsenstart zu technischen Pannen gekommen, die den Handel mit der Aktie massiv beeinträchtigt hatten. Der Wirbel nach dem Hype und dem Absturz der Aktie von Facebook geht also weiter. Doch die Frage sei hier erlaubt, weshalb diese Aktie denn so hochgejubelt wurde und woher die plötzliche Ernüchterung kam. Dieses technische Versagen war nur das letzte in einer ganzen Reihe von Pleiten, Pech und Pannen.

Der Hauptverantwortliche ist das Management um Zuckerberg. Das Unternehmen hatte in den vergangenen Jahren bereit einflussreiche Investoren in die Firma genommen und Aktienpakete verteilt. Das ist lange vor einem möglichen Börsengang ein normaler und oft notwendiger Schritt für junge Unternehmen, um Raum für Investitionen zu schaffen. Doch das Management darf sich nicht zu sehr von Investoren beeinflussen und unter Druck setzen lassen. Die Eigenständigkeit des Managements muss erhalten bleiben, um den nachhaltigen Erfolg des Unternehmens zu garantieren.

Facebook hätte auch ohne die Börse wachsen können. Doch der Druck der Investoren (angeblich auch seitens Goldman Sachs und Microsoft ) auf Facebook, möglichst viel Geld mit einem Börsengang zu erzielen und damit das eingesetzte Kapital der Investoren zu vergolden, wurde immer größer. Natürlich hatten auch die anderen Aktienbesitzer aus den ersten Tagen von Facebook (wie Zuckerberg) ein großes Interesse daran, dass Facebook-Aktien möglichst teuer an die Börse kommen.

Genau hier kommt der Konsortialführer ins Spiel. Die begleitende Bank hat die Aufgabe, natürlich für ein fürstliches Honorar, den Börsenneuling während des Börsengangs zu beraten. Zum Service gehört auch, einen ausgewogenen Preis für den Börsengang festzulegen. Dabei müssen zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden. Es gibt naturgemäß unterschiedliche Interessen von Unternehmen und neuen Investoren.

Die einen wollen einen hohen und die anderen einen möglichst niedrigen Kurs. Um einen Ausgleich der unterschiedlichen Interessen zu erzielen, ermitteln die Konsortialführer einen sogenannten „Fair Value“ des Unternehmens und legen eine Preisspanne fest. Später wird durch eine Auktion im Rahmen des „Bookbuilding“ diese Spanne nochmals verkleinert und der Preis für Neuinvestoren festgelegt. Facebook-Aktien sollten ursprünglich in einer Spanne von 28 bis 33 US-Dollar an die Börse kommen.

Dieser Preis war offensichtlich deutlich fairer als die 38 US-Dollar, auf die man sich schlussendlich festlegte. Erst kurz vor dem Börsengang wurde der Preis aufgrund der angeblich hohen Nachfrage im Bookbuilding erhöht. Offenbar glaubte man, noch mehr aus dem Börsengang herausholen zu können. Aber genau diese letzten 5 bis 10 US-Dollar machten den Unterschied zwischen Erfolg und Misserfolg aus. Bei erwarteten Gesamteinnahmen in 2012 von rund 5 Milliarden US-Dollar und einem Gewinn von 1,3 Milliarden US-Dollar ist ein Gegenwert von 80 Milliarden US-Dollar an der Börse schon als sehr sportlich zu bezeichnen. Das Verhältnis zwischen Börsenwert und Jahresgewinn liegt somit bei 80. Im Vergleich dazu weist der oft als Vorbild genannte Technologiekonzern Google ein Verhältnis von 18 auf.

Der Hype um Facebook war professionell organisiert. Banken, PR-Berater und Marketing Strategen machten einen bemerkenswert guten Job. Eine gute Story und 900 Millionen User auf der Kontaktplattform sprechen auch erstmal für sich. Facebook verdient mittlerweile zwar Geld, aber das Geschäftsmodell über Werbung Geld zu verdienen, ist noch nicht ausgereift und wird für sich alleine auch nicht ausreichen, die völlig überhöhten Erwartungen von Anlegern und Analysten zu befriedigen.

Wenn man den Vergleich mit Google bemüht, dann ist festzustellen das zum Börsendebüt Google deutlich niedriger bewertet war, aber damals bereits einen beeindruckenden Marktanteil an der Internetwerbung in den USA für sich beanspruchen konnte. Darüber hinaus konnte Google im Anschluss schnell weitere Geschäftsfelder generieren und so den Erfolg auf eine breite Basis stellen. Der Vergleich mit Facebook hinkt also noch gewaltig.

Als Fazit bleibt festzuhalten, dass Facebook trotz aller Pannen ein interessantes Unternehmen ist, das großes Potential besitzt. Aber es droht an den Versprechungen und den damit verbundenen Erwartungen in zukünftige Entwicklungen und Profite zu zerbrechen. Dass im Vorfeld des Börsendebüts bereits offensichtliche Fehler gemacht wurden, ließ den Börsengang bereits in fahlem Licht erscheinen. Die folgende technische Panne an der Nasdaq war letztlich nur das Tüpfelchen auf dem i und das vorerst letzte Glied in einer Kette aus Pleiten, Pech und Pannen.

© 26. April 2012/Oliver Roth

* Oliver Roth ist der Kapitalmarktstratege der Close Brothers Seydler Bank AG, ein eigenständiges Tochterunternehmen der an der London Stock Exchange gelisteten Close Brothers Group plc, London. Mehr über Oliver Roth auf www.oliver-roth.de.

Dieser Artikel gibt die Meinung des Autors wieder, nicht die der Redaktion von boerse-frankfurt.de. Sein Inhalt ist die alleinige Verantwortung des Autors.


text Auslandsaktien: Facebook-Flop hat Nachspiel
Donnerstag, 24 May 2012 14:05:41 GMT

24. Mai 2012. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Trotz zwischenzeitlichen Erholungsversuche: Ruhigen Pfingstfeiertagen sehen Börsianer nicht entgegen. „Die politische Lage spitzt sich immer weiter zu“, meint Walter Vorhauser von Close Brothers Seydler. Es sei kein Geheimnis mehr, dass an Notfallplänen für einen Austritt Griechenlands aus der Eurozone gearbeitet werde. Dass mit einem solchen Schritt an den Märkten Chaos ausbrechen wird, glaubt er nicht: „Das ist bereits vorweggenommen.“ Trete Griechenlands tatsächlich aus dem gemeinsamen Währungsraum aus, könne es vielmehr eine Erleichterungsrallye geben. „Danach kommen aber wohl die Probleme der anderen Länder wieder auf den Tisch.“

In den USA habe darüber hinaus der Quartalsbericht von Dell die Stimmung getrübt. „Die Zahlen zeigen, dass die Wachstumsbegeisterung in der Technologiebranche überzogen ist.“ Nichts zuletzt verheiße auch das charttechnische Bild nichts Gutes: „Der S&P 500 ist technisch angeschlagen.“

Facebook: Zahlreiche Klagen

Daneben ist der missglückte Börsengang von Facebook (WKN A1JWVX) nach wie vor Thema. Der Ausgabepreis am vergangenen Freitag lag bei 38 US-Dollar, in dieser Woche rutschte der Kurs auf rund 32 US-Dollar ab. Mittlerweile wurden zahlreiche Klagen eingereicht: gegen Facebook selbst, gegen die Technologiebörse Nasdaq, bei der es am ersten Handelstag einige Pannen gab, und gegen die Konsortialbank Morgan Stanley. „Jetzt werden Schuldige gesucht“, kommentiert Vorhauser. „Dabei war einfach zu viel Euphorie im Markt.“

„Es ist immer schwierig, die Balance zwischen den Interessen des Unternehmens und denen der Investoren zu finden“, meint Jan Vrbsky von der Baader Bank. „Das ist hier offenbar nicht gelungen.“ Dass Analysten von Morgan Stanley kurz vor dem Börsengang ihre Prognosen für die Geschäftsentwicklung von Facebook zurückgenommen haben, sei zudem nicht gut angekommen. „Alle, die in der Hoffnung auf Kursgewinne gekauft haben, sind schnell wieder ausgestiegen.“ Vrbsky zufolge wird sich der Kurs nun wahrscheinlich bei 31 bis 32 US-Dollar einpendeln, in der Mitte der ersten Preisspanne von 28 bis 35 US-Dollar. Der Wechsel an eine andere Börse, über den jetzt spekuliert wird, werde daran nichts ändern: „Das hat auf den Kurs keine Auswirkungen.“

Dell leidet unter Tablet-Boom

Die am Dienstag veröffentlichten Quartalszahlen des PC-Herstellers Dell waren Vorhauser zufolge „ganz schön enttäuschend“. „Der Gewinn für das Anfang Mai zu Ende gegangene Geschäftsquartal ist um ein Drittel auf 635 Millionen US-Dollar gesunken, der Umsatz auf 14,4 Milliarden US-Dollar“, konkretisiert der Händler. Der Trend hin zu mobilen Geräten mache der einstigen weltweiten Nummer 1 im Computergeschäft schwer zu schaffen. „Tablet-Computer und Smartphones werden Laptops einfach vorgezogen.“ Besonders große Einbußen habe Dell im Privatkundengeschäft zu verzeichnen. Der Fokus auf Dienstleistungen helfe nicht viel. „Es fehlt einfach an Innovationen.“ Die Aktie (WKN 121092) fiel nachbörslich um 18 Prozent auf 10 Euro und rutschte am gestrigen Mittwoch sogar darunter. „Das ist nicht mehr so weit vom historischen Tief bei 6,29 Euro vom Februar 2009 entfernt.“

Hewlett Packard kommt besser weg

Konkurrent Hewlett Packard hat zwar ganz ähnliche Probleme, hier wurde der Quartalsbericht aber deutlich freundlicher aufgenommen, wie Vrbsky registriert hat. „Die Zahlen im zweiten Quartal lagen zwar deutlich unter den Vorjahreswerten, waren aber besser als erwartet.“ Zudem honorierten Börsianer die angekündigten Sparmaßnahmen des Konzerns inklusive Abbau von 27.000 Stellen. Die Aktie (WKN 851301), die mit dem Quartalsbericht von Dell am gestrigen Mittwoch noch unter Druck geraten war, legte nachbörslich um 10 Prozent zu, wie Vrbsky meldet. „Hewlett Packard schlägt sich besser als Dell“, resümiert der Händler. An der Börse Frankfurt kostet die Aktie heute 18,10 nach 16,50 Euro am gestrigen Mittwoch, vor gut einem Jahr notierte der Dividendentitel allerdings noch bei knapp 40 Euro.

SAP-Pläne lassen Ariba haussieren

Ganz klar frohlocken können unterdessen Aktionäre von Ariba, dem Anbieter eines globalen Netzwerks für den cloudbasierten Handel. Die angekündigte Übernahme durch SAP ließ die Kurse durch die Decke gehen. „SAP will 45 US-Dollar je Aktie zahlen, das ergibt einen Unternehmenswert von 4,3 Milliarden US-Dollar“, erklärt Vorhauser. Der Verwaltungsrat habe bereits zugestimmt, nun müssten die Aktionäre noch Ja sagen. „Ariba ist im Cloudgeschäft gut aufgestellt“, bemerkt Vorhauser, auch die aktuellen Quartalszahlen überzeugten. Die Aktie (WKN A0B6Z7) geht heute zu 35,63 Euro über den Tisch, vor einer Woche waren es nur 28 Euro.

Rio Tinto mit neuer Bauxit-Mine

Positive Nachrichten hat auch der Bergbauriese Rio Tinto zu vermelden: „Der Konzern hat erste Genehmigungen für ein neues Vorhaben zur Förderung von Bauxit in Australien erhalten“, berichtet Vrbsky. Das Projekt koste 1,5 Milliarden US-Dollar und habe eine Lebenszeit von 40 Jahren, 1.300 neue Arbeitsplätze würden entstehen. Besonders profitieren konnte die Aktie (WKN 852147) davon bislang aber noch nicht, Rio Tinto ist am heutigen Donnerstag zwar im Plus, „das gilt aber für alle Rohstoffwerte.“

Polnische Aktien in Frankfurt

Die Baader Bank macht im Übrigen kurz vor der Fußball-Europameisterschaft polnische Aktien (WKN u.a. 929424, 917448, A0F6CZ, A0DLEV, 908063) an deutschen Börsen handelbar, wie Vrbsky erklärt. „Ab sofort sind die zwanzig Titel des polnischen Leitindex WIC 20 auch an der Börse Frankfurt notiert.“ Möglich sei dies durch eine Gesetzesänderung in Polen. Damit könnten Anleger hierzulande erstmals direkt auf polnische Aktien setzen, nach Ansicht vieler Analysten ein Wachstumsmarkt. Der WIC 20 umfasst die liquidesten polnischen Dividendentitel, etwa aus den Bereichen Bergbau, Energie, Finanzen und Telekommunikation.

© 24. Mai 2012 / Anna-Maria Borse

UnternehmenBrancheLandWKN
Facebook Internet USA A1JWVX
Dell Computerhersteller USA 121092
H&P Computerhersteller USA 121092
Ariba Cloud Anbieter USA A0B6Z7
Rio Tinto Bergbau Kanada 852147

text IND-DiBa: Sparpläne machen gelassen
Mittwoch, 23 May 2012 15:55:25 GMT

24. Mai 2012. FRANKFURT (ING-DiBA). Investmentfonds und ETFs sind nicht nur für Einmalanlagen, sondern auch für Sparpläne eine beliebte Anlageform – denn auf diese Weise lässt sich mit regelmäßigen monatlichen Raten im Lauf der Zeit ein ansehnliches Vermögen aufbauen. Doch Geduld und Disziplin sind nicht alles. Wer sich mit regelmäßigen Zahlungen ein Zusatzpolster fürs Alter zusammensparen will, sollte ein paar Faustregeln beachten.

Die Wahl der Anlageklasse

Jeder Anleger sollte sich überlegen, wie viel er riskieren möchte. und welche Anlageform er bevorzugen möchte. Exchange Traded Funds (ETFs) sind in der Regel einfache und günstige Möglichkeiten direkt in einen Index, z.B. den DAX, zu investieren. Aber der Anleger sollte sich im Klaren sein, dass dies ein Investment direkt im Markt ist und er so an Kursschwankungen voll partizipiert. Aktiv gemanagte Fonds haben im Durchschnitt höhere Nebenkosten, dafür kann das Managementteam auf Marktschwankungen reagieren und diese eventuell glätten.

Ist die Wahl gefallen, stellt sich noch die Frage nach dem speziellen Fonds bzw. ETF. Zur Auswahl kann der Anleger zum Beispiel auf die Bewertung von externen Ratings, Fachzeitschriften oder die zurückliegende Performance nutzen.

Achtung: Bei einigen Banken werden oft nur die Produkte des hauseigenen Fondsanbieters angeboten. Fremdfonds sind unverhältnismäßig teuer. Wer freie Berater aufsucht, sollte ruhig mal hinterfragen, ob sie wirklich unabhängig sind und was ihre bisherigen Empfehlungen gebracht haben.

Die Regelmäßigkeit

Privatanleger neigen dazu, an der Börse immer dann auf Einkaufstour zu gehen, wenn die Kurse schon nach oben geschossen sind. Wer monatlich oder vierteljährlich immer den gleichen Betrag anlegt, kauft in guten und in schlechten Börsenzeiten. So erhält man bei hohen Kursen weniger und bei niedrigen Kursen mehr Fondsanteile. Dieser Durchschnittskosteneffekt auch Cost-Average-Effect genannt, schützt zwar nicht vor Verlusten, aber er wirkt sich langfristig positiv auf die Anlage aus. Der Sparer vermeidet, gerade nur in Hochphasen der Börse zu kaufen.

Die Gebühren

Wer Fondsanteile kauft, muss einen Ausgabeaufschlag zahlen. Bei Aktienfonds sind in der Regel fünf Prozent der Kaufsumme fällig. Direktbanken bieten aber für viele Fondssparpläne einen Rabatt oder sie verzichten sogar ganz auf den Ausgabeaufschlag. Das zahlt sich im Laufe der Zeit aus.

Die Kontrolle

Wer einen oder mehrere Fonds ausgewählt hat, sollte regelmäßig seine Entscheidung überprüfen. Stellt sich heraus, dass ein Fonds – etwa wegen eines Wechsel des Fondsmanagers – plötzlich im Vergleich zu ähnlichen Fonds deutlich an Wert verliert, sollten sich die Anleger nicht scheuen, die Pferde zu wechseln

Das Umschichten

Wer 30 oder 40 Jahre in einen Fonds investiert hat, muss bei sich näherndem Ruhestand verhindern, dass sich ein Großteil des mühsam Ersparten wegen eines Börsencrashs in Luft auflöst. Dabei hilft eine einfache Faustregel: Ab Mitte 50 den Aktienfondsanteil jedes Jahr reduzieren und in risikoärmere Anlagen umschichten. Und das umso mehr, je besser die Kurse stehen.


text Rohstoffe: Anleger meiden das Risiko
Mittwoch, 23 May 2012 15:33:00 GMT

23. Mai 2012. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Mit steigendem Risiko eines Austritts Griechenlands aus der Gemeinschaftswährung orientieren sich Anleger zunehmend auf den US-Dollar und setzen damit dem Euro zu. Das zumindest ist die Beobachtung von Gabor Vogel. „Dadurch sind viele Rohstoffpreise stark unter Druck geraten.“

ETF Securities bestätigt den Abbau von risikoreicheren Investments zugunsten von Staatsanleihen und Geldmarktprodukten. "Investoren haben in der vergangenen Woche breit gestreut Mittel aus Rohstoff-ETCs abgezogen“, berichtet Nigel Longley. „Nur in Zucker gab es geringe Zuflüsse.“

Ob und wann sich die Situation stabilisiert, bringen laut Vogel die kommenden zwei Monate an den Tag bringen. Nach den Wahlen einer neuen griechischen Regierung am 17. Juni wisse man mehr. Zudem gebe es unterschiedliche Auffassungen innerhalb des Euroraums über den Stabilisierungspakt und die Einführung von Eurobonds. Deshalb bleibe die Lage an den Rohstoffmärkten zwar weiterhin wackelig. „Wir gehen aber grundsätzlich davon aus, dass sich die Eurokrise lösen lässt“, meint der Rohstoffanalyst der DZ Bank.

Abflüsse aus Gold-ETCs setzen sich fort

Für ETF Securities sind die Verluste der Anleger eine Ursache für die starke Bewegung raus aus Gold. "Bei Gold-ETCs haben wir in der vergangenen Woche die höchsten Mittelabflüsse seit rund zwei Monaten gesehen“, berichtet Nigel Longley, der in diesem Anlegerverhalten ein Muster sieht. Bereits in den Jahren 2008 und 2011 habe das Unternehmen ähnliche Bewegungen in den Gold-ETCs beobachtet, bevor es wieder zu starken Mittelzuflüssen gekommen sei. Denn Gold eigne sich wegen seiner hohen Liquidität besonders gut für schnelle Portfolioanpassungen bei geänderten Risikostrukturen.

Flucht aus Gold nur vorübergehend

Seit September vergangenen Jahres hat der Goldpreis in der Spitze rund 20 Prozent an Wert verloren. Den jüngsten Ausverkauf bei dem Edelmetall begründet Vogel ebenfalls mit der starken Anlegerorientierung Richtung US-Dollar. Als erstaunlich bezeichnet er die gegenläufige Bewegung von Goldpreis und Inflation. „Dieses Phänomen wird sich gegen Ende des Jahres wieder auflösen“, ist Vogel überzeugt und stellt einen Goldpreis von 1.850 US-Dollar pro Feinunze in den kommenden zwölf Monaten in Aussicht.

Als fundamental nicht gerechtfertigt sieht auch Eugen Weinberg von der Commerzbank den jüngsten Preisrückgang bei Gold. „Immerhin haben wir negative Realzinsen und eine ungelöste Staatsschuldenkrise im Euroraum.“

Ob die Kehrtwende bereits eingesetzt hat, sei zu bezweifeln. Florian Perini von Flow Traders beschreibt den Handel mit physisch besicherten Gold-ETCs der vergangenen zwei Wochen jedenfalls als tendenziell ausgeglichen. Beide Seiten gespielt würden etwa bei Xetra-Gold (WKN A0S9GB), beim ETFS Physical Gold (WKN A0N62G) und beim db Physical Gold Euro Hedged (WKN A1EK0G). Gleichermaßen Zu- und Abflüsse gebe es für Silber zum Beispiel im ETFS Physical Silver (WKN A0N62F).

Öl nur zeitweise billiger

Steigende Lagerbestände und die Eurokrise wirkten zudem auf den Ölpreis und verhindern laut Perini ein erneutes Ausbrechen nach oben. „Einige Investoren setzen gar auf einen weiteren Kursverfall und legen sich Short-Produkte auf Öl ins Depot.“ Als von der OPEC gewollt beschreibt Vogel den vergleichsweise niedrigen Ölpreis. „Insbesondere Saudi Arabien hält sich zugunsten der globalen Konjunkturstabilität derzeit zurück und stabilisiert den Preis bei rund 107 US-Dollar für die Nordseesorte Brent.“ In zwölf Monaten sehe dies wieder anders aus. „Dann haben wir vermutlich Preise um die 120 US-Dollar pro Fass.“

Anleger trennen sich von Öl-ETCs

Zunächst erwarten Anleger offenbar weiter sinkende Ölkurse. Im Handel spricht Perini von überwiegend Abgaben in Öl-ETCs. Abgestoßen worden sind Flow Traders zufolge zum Beispiel der ETFS Crude Oil (WKN A0KRJX) und der ETFS Brent 1mth (WKN A0KRKM). Tendenziell in Anlegerdepots wandere beispielsweise der ETFS Short Crude Oil (WKN A0V9XY). „Die meisten Abflüsse gab es aus Öl-ETCs der Nordseesorte Brent“, meldet Longley, der von einer Verringerung der Preisspanne zwischen den beiden Ölsorten WTI und Brent berichtet.

Teureres Aluminium in Sicht

Mit dem Preisrutsch des Aluminiums auf rund 2.000 US-Dollar pro Tonne würden die Produktionskosten in etwa 10 Prozent der weltweiten Aluminiumwerke zum Problem. „Bei diesen Betrieben liegen die Herstellungskosten mit rund 2.300 US-Dollar deutlich über dem Marktpreis“, bemerkt Vogel und erwartet deshalb ein Zurückfahren der Produktionskapazitäten für Aluminium in den kommenden Monaten. Die derzeit hohen Lagerbestände böten zudem ein verzerrtes Bild. „70 bis 80 Prozent der Lagerware stehen dem Markt aufgrund von Termingeschäften nicht zur Verfügung.“ Deshalb erwarte Vogel zumindest für dieses Basismetall einen Preisanstieg mit einem Potenzial um die 30 Prozent auf 2.650 US-Dollar pro Tonne noch in diesem Jahr.

Marktbreite Rohstoff-ETFs im Gleichgewicht

Abschließne berichtet Perini von eonem ausgeglichenen Handel in ETCs, die Körbe verbriefen und an Rohstoff-Indizes gekoppelte ETFs. „Bei breiter aufgestellten Rohstoff-Trackern gibt es zu gleichen Teilen Käufer und Verkäufer.“ Ausgeglichen gehandelt würde etwa der Lyxor Commodities (WKN A0JC8F), der iShares Dow Jones UBS Commodity Swap (WKN A0H072), der RBS Market Access Rogers International Commodity (WKN A0JK68) sowie der EasyETF S&P GSCI (WKN A0EAZC).

© 23. Mai 2012/Iris Merker


text TecDAX-Sentiment: Private wieder in Kauflaune
Mittwoch, 23 May 2012 15:33:00 GMT

23. Mai 2012. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Es war einer der größten Börsengänge der Geschichte und dann das: Die Facebook-Aktie befindet sich an der US-amerikanischen Nasdaq-Technologiebörse im Sturzflug. Seit der Erstnotiz am Freitag hat das Papier zeitweise 18 Prozent verloren. Einige Beobachter haben dafür die technische Panne der Nasdaq verantwortlich gemacht – Händler beklagten Probleme bei der Abwicklung, einige Investoren wussten beim IPO stundenlang nicht, ob ihre Orders ausgeführt wurden. Andere vermuten, dass einige Analysten ihre Wachstumsprognose für Facebook knapp vor dem freitäglichen Börsenstart nach unten revidiert hatten und dies nur den eigenen Kunden und nicht der Öffentlichkeit mitteilten.

Von so viel Aufregung können die Anleger des deutschen Technologie-Index TecDAX momentan nur träumen. Im Berichtszeitraum verlor der Indikator lediglich 0,7 Prozent und bleibt damit weiterhin innerhalb seiner breiten Seitwärtsspanne. Da ist es verständlich, dass sich die Stimmung der von der Börse Frankfurt befragten institutionellen Investoren im Vergleich zur vergangenen Woche kaum verändert hat. Sowohl die Bullen als auch die Bären verharren in ihren Positionen. Der Gesamt-Bull/Bear-Index konnte leicht zulegen, befindet sich jedoch nach wie vor in pessimistischem Terrain. Der Anstieg ist einzig das Verdienst der Privatanleger, deren Laune sich diesmal wieder deutlich verbessert hat: Der entsprechende Teilindex kletterte wieder über die 50-Prozent-Marke in den optimistischen Bereich. Das Bärenlager verlor ganze 13 Prozent seiner Anhänger. Profitieren konnte davon das neutrale Camp, denn es verzeichnete einen Zulauf von 9 Prozent. Dies war auch einer der Gründe dafür, dass der Effekt der Privatanlegerstimmung auf den Gesamt-Index so gering ausgefallen ist.

Das kurzzeitige Abdriften fast bis zum Märztief hat die institutionellen Anleger nicht zum Kauf am unteren Ende der Handelsspanne verleiten lassen, aber die Privaten offenbar dazu eingeladen, beim TecDAX wieder einzukaufen. Vermutlich wollten auch sie in das seit März zu beobachtende Range-Trading einsteigen. Sollte der Technologie-Index erneut auf das jüngste Tief rutschen, dürften auch die Profis wieder zugreifen.

© 23. Mai 2012/ Kerstin Kubanek, cognitrend

Verhältnis Optimisten zu Pessimisten

BullishBearishNeutralTotal
Private 37 % 30 % 33 % 42 %
Institutionelle 36 % 42 % 22 % 58 %
Total 36 % 37 % 27 % 100 %
ggü. letzter Erhebung +0 % -5 % +5 %

TecDax-Stimmungskurve


Stand TecDAX 23.05.2012, 12.00 Uhr: 757 Punkte (-0,66 % gegenüber der letzten Erhebung), Bull/Bear-Index: 49,3 Punkte

Weiterführende Links


text DAX-Sentiment: Bären dämpfen DAX-Korrektur
Mittwoch, 23 May 2012 15:31:00 GMT

23. Mai 2012. FRANKFURT (Börse Frankfurt). „Wir haben keine Pläne für einen ‚Grexit‘!“ Nicht einmal mit solch deutlichen Worten kann Ex-Ministerpräsident Lucas Papademos die Investoren weltweit besänftigen. Die Krise hat sich derart verschärft – ganz gleich, ob man damit das politische Tohuwabohu, die strauchelnde Wirtschaft oder die hohen Schuldenberge meint – dass viele Marktteilnehmer mittlerweile fest mit einem Ausstieg Griechenlands aus der Eurozone, kurz: „Grexit“, rechnen. Denn längst hat man erkannt, dass eine Währungsunion ohne Transferzahlungen auf Dauer nicht funktionieren wird.

Beim G8-Gipfel am Wochenende werden die Europäer gewiss mit guten Ratschlägen und Vorwürfen bombardiert worden sein. Umso spannender ist das heutige EU-Treffen: Zwar verlangt die ganze Welt nach einer Lösung, doch Eurolands Offizielle scheinen sich überhaupt nicht auf eine gemeinsame Linie einigen zu können. Direkte Transferzahlungen an die angeschlagenen Peripherie-Staaten sind natürlich nicht nur verpönt, sondern auch rechtlich unmöglich. Daher rücken immer öfter indirekte Transfermöglichkeiten ins Zentrum der Diskussionen, wie etwa Eurobonds: Aber während Frankreichs Präsident François Hollande heute Eurobonds einfordern will, ließ die Bundesregierung erneut verlauten, gemeinsame Anleihen aller Euroländer seien „nicht der richtige Weg“. Und an dieser Haltung wolle man auch bis zum nächsten Gipfel im Juni nichts ändern. Am Ende würde es uns aber nicht wundern, wenn doch in naher Zukunft eine Art Gemeinschaftsanleihe vereinbart würde. Schließlich wäre das kein echtes Novum – die Anleihen des EFSF sind doch längst eine Form von Eurobonds.

DAX wie Börsianer reagierten auf die Fortsetzung des griechischen Dramas ziemlich unentschlossen: Der heimische Leitindex rutschte am Freitag auf ein neues Korrekturtief, konnte sich in der Zwischenzeit aber wieder bis zum Erhebungsniveau der Vorwoche erholen. Zur Schnäppchenjagd ließen sich die von der Börse Frankfurt befragten mittelfristig orientierten Anleger allerdings nicht animieren. Vielmehr kehrten 8 Prozent der Investoren dem bullishen Lager den Rücken. Die jüngste Erholung des DAX könnte vielmehr den einstigen Pessimisten zu verdanken sein, die Gewinne eingestrichen haben: 5 Prozent der Panelteilnehmer verließen das Bärenlager. Damit hat sich die deutliche Polarisierung der Vorwoche wieder drastisch reduziert – die Marktteilnehmer, die noch in der vergangenen Woche beherzt neue Positionen eingegangen waren, haben offenbar mehr vom DAX erwartet, nicht aber damit gerechnet, dass er heute völlig unverändert notiert. Offenbar sind die Vermögensverwalter unentschlossen, ob etwa ein Austritt Griechenlands am Ende positiv oder negativ für den Rest der Eurozone und insbesondere für Deutschland zu bewerten ist. Zumindest erwartet die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), dass sich die Bundesrepublik vom Rest des Währungsraums abkoppeln kann. Während sie für Deutschland für 2012 ein Wachstum von 1,2 Prozent prophezeit, dürfte die Eurozone insgesamt um 0,1 Prozent schrumpfen. Die Entkopplung am Aktienmarkt findet längst statt: Während der heimische Leitindex noch Jahresgewinne aufweisen kann, notieren viele seiner europäischen Indexkollegen tief im Minus.

Die gute und gleichzeitig schlechte Nachricht für den DAX: Er ist derzeit nicht von großen Schieflagen belastet, so dass sich der von einigen Marktauguren befürchtete Sommerausverkauf letztlich als harmlose, richtungslose Sommerflaute entpuppen könnte. Potenzial für große Sprünge können wir aber von mittelfristiger Seite auch nicht erkennen.

© 23. Mai 2012/Christin Stock, cognitrend

Verhältnis Optimisten zu Pessimisten

BullishBearishNeutral
Total 39 % 34 % 27 %
ggü. letzter Erhebung -8 % -5 % +13 %

DAX-Stimmungskurve


Stand DAX 23.05.2012, 12:00 Uhr: 6.350 Punkte (+0 % gegenüber der letzten Erhebung), Bull/Bear- Index: 52,8 Punkte

Weiterführende Links


text Markttechnik: DAX bleibt angeschlagen
Mittwoch, 23 May 2012 14:22:09 GMT

23. Mai 2012. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Zu früh gefreut: Nach den heftigen Kursverlusten seit Monatsanfang deutete sich in den ersten Tagen dieser Woche eine Trendumkehr an. Am heutigen Mittwoch sieht es aber schon wieder anders aus, der DAX zeigt sich tiefrot.

Technische Analysten sind ohnehin skeptisch: Laut Christian Schmidt von der Helaba ist die charttechnische Situation auf Wochenbasis sehr kritisch zu sehen, der DAX sei gleich reihenweise unter wichtige Supportmarken abgerutscht. „Die Gefahr ist groß, dass es zu einer Beschleunigung der Abwärtsbewegung kommen wird.“ Auch für Stefan Salomon ist der DAX noch nicht über den Berg. „Ein Rückfall unter 6.300 würde den gestrigen Ausbruch als Fehlsignal darstellen“, meint der freie technische Analyst.

Trendwendeformation verheißt nichts Gutes

Karen Szola zufolge war die Erholung am Montag zwar überfällig, es mehrten sich übergeordnet aber die Baissezeichen. „So wurde der seit September bestehende Aufwärtstrend bei derzeit rund 6.570 Zählern seitwärts verlassen“, erklärt die Charttechnikerin für Euro am Sonntag und finanzen.net. Sorge mache zudem die eine Trendwende signalisierende Kopf-Schulter-Formation, die mit dem Bruch der Nackenlinie bei 6.425 Zählern vollendet worden sei. „Auf der anderen Seite wurde seit dem Jahreshoch bei 7.194 Punkten vom März ein Abwärtstrend etabliert, über dessen untere Trendbegrenzung sich der Index am Montag wieder zurückretten konnte.“

Mit dem vorläufigen Tief vom vergangenen Freitag bei 6.229 Zählern sei die 200-Tage-Linie als Unterstützung in Sichtweite gerückt. „Sie liegt aktuell bei 6.191 Punkten und sollte zunächst nicht unterschritten werden“, betont Szola. Hier erreichten auch eine Vielzahl von Indikatoren ihre überverkauften Extremzonen und generierten kurzfristige Kaufsignale. Szola verweist aber auf die Kopf-Schulter-Formation. „Das rechnerische Kursziel aus dieser Trendwendeformation liegt bei rund 5.800 Zählern“, konkretisiert sie. Erst ein nachhaltiger Anstieg auf Wochenschluss über das jüngste Bewegungshoch bei 6.589 Punkten vom 11. Mai verschaffe dem Index weitere Luft nach oben und entschärfe das Bild deutlich.

Sprung über 200-Tage-Linie wichtig

Christian Henke von der WestLB sieht weniger schwarz: „Infolge der Korrektur näherte sich der DAX der Schiebezone bei 6.400/6.500 Punkten, die von Mitte April bis Mitte Mai dem Abgabedruck standhielt“, erläutert der Charttechniker. Erst kürzlich seien die heimischen Bluechips darunter gerutscht, ein signifikanter Trendbruch liege bislang jedoch noch nicht vor. „Dies wäre erst bei einem Indexstand von 6.210 Punkten auf Schlusskursbasis der Fall.“ Schiebezonen sind Seitwärtsbewegungen, ein Verlassen nach oben gilt als bullishes Signal, nach unten als bearishes.

Zu Wochenbeginn hatte der DAX Henke zufolge eine Gegenoffensive eingeleitet. „Oberhalb der Marke von 6.500 Punkten würde sich die charttechnische Situation aufhellen. In diesem Fall könnte es erneut in Richtung des Widerstands bei 6.992/7.071 Punkten gehen.“ Bleibe die Zurückeroberung der Schiebezone bei 6.400/6.500 Punkten aus und drehe der Markt gen Süden, müsse mit einem Test der Unterstützung bei 6.150 Punkten gerechnet werden. Henke weist zudem darauf hin, dass der gewichtete 200-Tage-Durchschnitt bei aktuell 6.450 Zählern immer noch steige. „Ein beherzter Sprung über die Glättungslinie würde den Bullen helfen.“

Investoren ratlos

Die Anleger verlassen vor allem den Markt. Sie haben sich sowohl von ihren Long- als auch ihren Short-Positionen in DAX-Aktien getrennt und sind in der Summe wieder etwas skeptischer, wie die Umfrage der Börse Frankfurt bei 300 aktiven Investoren ergeben hat: Der Bull/Bear-Index sinkt von 54,4 Punkten in der Vorwoche auf 52,8 Punkte, liegt damit allerdings immer noch über der Optimisten von Pessimisten trennenden 50er-Marke. Offenbar wissen viele Investoren nicht so recht die Lage einzuschätzen. 13 Prozent der Befragten liefen zum Lager der Unentschiedenen über, das jetzt immerhin 27 Prozent ausmacht. Mit 39 Prozent Optimisten und 34 Prozent Pessimisten zeigt sich ein insgesamt sehr auseinandergehendes Meinungsbild.

Die Stimmung bezüglich der Technologiewerte steigt unterdessen leicht, bleibt mit 49,3 nach 45,7 Punkten aber im pessimistischen Bereich. Der Bull/Bear-Index misst das Maß an Optimismus im Markt. Dafür werden die Optimisten ins Verhältnis zu den Pessimisten gesetzt und mit den neutral Gestimmten gewichtet. Werte unter 50 Punkte zeigen eine pessimistische Gesamtstimmung der Anleger. Was es bedeutet, können Sie ab 17 Uhr bei boerse-frankfurt.de/sentiment lesen.

© 23. Mai 2012 / Anna-Maria Borse


text Was ist was? Anlageklassen und Wertpapiertypen
Mittwoch, 23 May 2012 10:24:56 GMT

Der Kapitalmarkt lässt sich in verschiedene Anlageklassen unterteilen.

  • Unternehmensbeteiligungen in Form von Aktien
  • Festverzinste Werpapiere wie Anleihen, Genussscheine, Schatzbriefe
  • Rohstoffe
  • Immobilien

Für jede dieser Anlageform gibt es zahlreiche Wertpapiertypen. So können Sie sich direkt mit Aktien und Aktienfonds an einem Unternehmen beteiligen, oder indirekt mit einem Zertifikat. Dabei sind die Grenzen fließend: Ein Goldminenaktie ist eine Beteiligung an einem Unternehmen, das Gold fördert. Ihr Kurs hängt aber auch stark vom Rohstoff Gold ab.

In unserem ersten Beitrag gehen wir auf die verschiedenen Möglichkeit ein, sich direkt oder indirekt an einem Unternehmen zu beteiligen.

Unternehmensbeteiligungen: Königsklasse Aktien

Aktien sind der bekannteste Wertpapiertyp. Sie stellen eine Beteiligung an dem Unternehmen dar, das die Aktien heraus gibt. Das Wichtigste über Aktien für Anleger in Kürze:

  • Unternehmen müssen je nach Marktsegment bestimmte Transparenzvorschriften erfüllen, wie und worüber sie Investoren informieren. Das betrifft Bilanzen, Ad-hoc-Meldungen, in denen kursrelevante Nachrichten veröffentlicht werden und andere Unternehmensangaben.
  • Aktien haben eine Heimatbörse – das ist für deutsche Aktien in der Regel die Frankfurter Wertpapierbörse mit Xetra oder dem Spezialistenhandel. Deren Preise sind richtungsweisend für andere Handelsplätze und werden auch Referenzpreise genannt.
  • Aktienpreise entstehen am Heimatmarkt durch Angebot und Nachfrage.
  • Bei internationalen Aktien orientieren sich die Preise nicht an Angebot und Nachfrage an der Börse Frankfurt, sondern an dem jeweiligen ausländischen Referenzmarkt.
  • Aktienbesitzer erhalten in der Regel je nach Ertragslage des Unternehmens eine Dividende. Im DAX liegt die Dividendenrendite der bereits bekannten Aussschüttungen für das Geschäftsjahr 2011 zwischen 0,85 Prozent (HeidelbergCement) und 7,19 Prozent (Dt. Börse), einige Unternehmen haben gar keine Dividende gezahlt.

    Die Dividendenrendite ist der jährliche Gewinn durch eine Dividendenauszahlung in Prozent vom aktuellen Kaufpreis. Die Rendite einer Aktie setzt sich aus Dividende und Kursentwicklung zusammen. Dividendenrenditen auf Basis der letzten Ausschüttung und des aktuellen Kurses finden Sie auf den Datenblättern der Aktien in diesem Portal.

Diversifizierte Investments mit Aktien-Fonds

Ein aktiv verwalteter Aktien-Fonds ist ein „Topf“, in den viele Anleger Geld einzahlen, das von einer Kapitalanlagegesellschaft in Aktien angelegt wird. Je nach Höhe der Einlage erhalten Anleger Fondsanteile und sind damit am Fondsvermögen beteiligt. Die laufenden Geschäfte, also Kauf und Verkauf von Aktien, verzinslichen Wertpapieren oder Immobilien führt das Fondsmanagement durch und erstattet darüber regelmäßig Bericht. Es gibt die unterschiedlichsten Fondstypen je nach Anlageschwerpunkt. Das können einzelne Branchen, Länder und Regionen sein ebenso wie gezielte Strategien.

Die Preise der Fonds entwickeln sich entsprechend der Aktien im Fonds. Bei diesen Wertpapieren entsteht also der Preis nicht durch Angebot und Nachfrage. Stattdessen stellen Spezialisten fortlaufend An- und Verkaufspreise je nach Entwicklung der Einzelkurse im Portfolio.

An der Börse Frankfurt werden im Moment rund 2.700 Fonds forlaufend gehandelt.

Index-Investments mit ETFs

Indizes sind die Messlatten für die Entwicklung eines Marktes. Es gibt breit gestreute Indizes, die alle Aktien einer Börse enthalten ebenso wie auf Branchen spezialisierte. Der bekannteste deutsche Index ist der DAX mit den 30 größten deutschen Aktien.

Die dazugehörigen Indexfonds, kurz ETF für Exchange Traded Funds, bilden das Portfolio eines vorher festgelegten Index ab. Es findet, anders als bei aktiv verwalteten Publikumsfonds, keine Einzeltitelauswahl statt. Das macht ETFs meist günstiger.

  • Es gibt inzwischen auch ETFs, die sich gegenläufig zum Index bewegen – Short-ETFs genannt. Damit profitiert man von fallenden Preisen.
  • Andere ETFs haben einen Hebel, der die Indexentwicklung verdoppelt.

Inzwischen gibt es knapp 1.000 ETFs auf Xetra, Europas größtem Marktplatz für diese Asset-Klasse. Eine Auflistung der verfügbaren Short- und Hebel-ETFs finden Sie bei boerse-frankfurt.de/etfs.

Aktieninvestments mit Zertifikaten

Eine weiterer Wertpapiertyp, mit dem Anleger sich an der Wertentwicklung von Unternehmen beteiligen können, sind die Zertifikate, die es in vielfältiger Form gibt.

Ein Zertifikat ist eine Schuldverschreibungen von Banken, die sich - in diesem Kontext - auf eine Aktie oder einen Aktienindex als Basiswert bezieht und, je nach Ausstattung, dessen Wertentwicklung linear, mit Bonus oder Discount, gehebelt oder invers abbildet. Auf diesen Wertpapiertyp wird in einem späteren Beiträg detailliert eingegangen.

© 23. Mai 2012/Edda Vogt


22. Mai 2012. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Blick zurück auf die erste Woche im Börsenspiel: Wir freuen uns über die rege Beteiligung gleich in der ersten Woche. 8.200 aktive Mitspieler bei gut 10.000 registrierten Mitspielern, denn lediglich 1.856 Teilnehmer haben noch keinen Trade gemacht. Zum Vergleich: Bei der vorherigen Ausgabe war es nur ein Viertel der Anmeldungen im gleichen Zeitraum.

Rege handeln oder halten

Mit Fleiß und Geschick den ersten Wochengewinn eingefahren hat Sparfisch. Insgesamt 32 Geschäfte bringen den Mitspieler, der seit 15. Mai dabei ist, auf 47,36 Prozent Wochenperformance und damit auf Platz 1. Der Trader aus Freiburg kauft fast ausschließlich Turbo-Optionsscheine mit sehr hohem Hebel auf den DAX, Gold oder Währungspärchen und spielt dabei zwar sowohl Long- als auch die Short-Seite. Mit gutem Händchen, wie die eindrucksvolle Wertentwicklung seines Depots zeigt. Es ist zwar nur Spielgeld, bringt aber immerhin einen Maßanzug ein.

Eine gänzlich andere Strategie hat Daxine auf Platz 2 gebracht. Kaufen und Halten eines bullishen Turbos auf den Goldpreis bringen der Mitspielerin aus Plauen 38,56 Prozent Gewinn.

Der beste Student, ibrakadabra aus Düsseldorf, hat 24,43 Prozent Gewinn gemacht mit einer sehr ähnlichen Strategie wie Sparfisch, nur weniger Geschäften. Sein Hauptvorspungsbringer war ein Call auf den Goldpreis in US-Dollar. Mit den anderen Geschäften hat ibrakadabra ganz leichte Gewinne bzw. auch Verluste gemacht.

Wer sich in der vergangenen Woche über einzelne Platzierungen mit utopischen Renditen gewundert hat: Zum einen gab es ein Problem mit den Restwerten ausgeknockter Zertifikate, das jetzt behoben ist. Zum anderen kann es auch zu Fehlticks kommen – falschen Quotes, was bei einem Volumen von sechs bis acht Millionen Quotes auf Scoach täglich nicht verwundert. An der echten Börse mit Betreuung durch den Spezialisten gibt es zu dem Preis kein Geschäft, im Spiel überprüfen und korrigieren wir solche Depots.

Bereits viele Teilnehmer

Sehr spannend finden wir die rege Beteiligung in den sozialen Netzwerken. Nicht nur die schiere Menge ist beeindruckend mit 1.038 Interessenten der Facebook-Seite und 778 Folgenden im Twitter-Service, sondern insbesondere deren Aktivität. Die Spielgemeinde hält uns mit ihren Fragen, Anregungen, Kommentaren ganz schön auf Trapp. Danke dafür!

Auch die ersten Expertenrunden wurden gut angenommen. Am Mittwoch stellte sich Nils Grunow von HSBC Trinkaus & Burkhardt den Fragen, gestern Christoph Luetchens von der ING DiBa.

Anleihen als Exoten

Unsere Lieblingsfrage, die gleich mehrfach gestellt wurde, war so oder so ähnlich diese: Ich habe 100 Anleihen von Solarworld zu 30,85 gekauft und nur gut 40 Euro berechnet bekommen inklusive Gebühr. Wer die Lösung nicht kennt: Kommende Woche gibt einen Hintergrundbeitrag zum Thema Anleihen.

© 22. Mai 2012/Edda Vogt


text Fonds: Warten auf den griechischen Urnengang
Dienstag, 22 May 2012 13:55:42 GMT

22. Mai 2012. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Ein gemischtes Bild zeichnen die Spezialisten im Handel mit aktiv verwalteten Fonds von den vergangenen fünf Handelstagen. „Feiertagsbedingt war relativ wenig los, die Verkäufe überwogen“, meldet etwa Andreas Kehnen von der Baader Bank. „Von Kauflaune keine Spur.“ Insbesondere der fragliche Ausgang der Neuwahlen in Griechenland belaste vermutlich die Anlegerstimmung. „Alles ist offen, deshalb bleibt uns nichts anderes übrig, als die Entscheidung abzuwarten.“ Bis zur griechischen Weichenstellung rechnet der Fondsspezialist mit tendenziell weiter fallenden Kursen an den Aktienbörsen.

Hingegen spricht Frank Wöllnitz von deutlich besseren Handelsumsätzen mit Publikumsfonds als in der Woche zuvor. Eine eindeutige Tendenz erkennt der Händler von ICF Kursmakler nicht. „Über alle Anlageklassen hinweg werden beide Seiten gespielt.“

Aus von CS Euroreal überrascht nicht

Mit dem CS Euroreal (WKN 980500) steht seit Wochenbeginn ein weiteres Flaggschiff im Markt der offenen Immobilienfonds vor der Auflösung, wie Wöllnitz berichtet. Die vorhandene Liquidität von 27 Prozent im CS Euroreal reiche für die Rückgabewünsche der Anleger nicht aus. „In den kommenden fünf Jahren wird das Fondsmanagement um die Veräußerung der 98 Fonds-Objekte bemühen.“ Die erzielten Erlöse, spätestens beginnend im Dezember diesen Jahres, würden im Halbjahresturnus an die Investoren ausgeschüttet.

„Anleger rechneten vermutlich mit dieser Entscheidung.“ Denn im Handel habe die Nachricht zwar Verkaufsdruck auf den CS Euroreal ausgelöst. Mit einer aktuellen Notierung zwischen 36 bis 36,50 Euro von zuvor 38 Euro hielten sich die Verluste aber in Grenzen. „Viele Investoren notleidender Immobilienfonds, die ihre Anteile über die Börse gehandelt haben, waren im Nachhinein meist gut beraten“, meint Wöllnitz. „Denn ansonsten sind betroffene Anleger zunächst vier Jahre nicht an das eigene Geld gekommen, und warten nun weitere Jahre auf in der Höhe unbestimmte Erlöse.“ Nach Angaben des Bundesverbands Investment und Asset Management (BVI) stehen derzeit sieben offene Immobilienfonds mit einem Fondsvermögen von fast 16 Milliarden Euro vor dem Aus. Sechs weitere seien eingefroren.

Käufe und Verkäufe von Portfolios mit deutschen Aktien

Gleichermaßen Verkäufe und Käufe gibt es Kehnen zufolge bei aktiv verwalteten Fonds mit deutschen und europäischen Aktien. Anleger legten sich beispielsweise die auf deutsche Standardwerte setzenden cominvest Fondak (WKN 847101) und Veri-Valeur Fonds (WKN 976320) verstärkt ins Depot. "Die Wochenverluste im DAX nutzten einige Investoren durchaus auch zum Kauf.“ Vom ebenfalls auf hiesige Großkonzerne fokussierten SEB Aktienfonds (WKN 847347) ließen sie hingegen eher die Finger. Zudem verabschiedeten sie sich tendenziell von europäischen Bluechips etwa im Allianz RCM Europe Equity Growth (WKN A0KDMU).

Mischfonds mit ausgewogenem Handel

Von einem ausgewogenen Verhältnis zwischen Zu- und Abflüssen spricht Wöllnitz bei Mischfonds. Einer hohen Anzahl kleinerer Käufe beispielsweise beim Flossbach von Storch SICAV (WKN A0M430) stünde ein einziger großvolumiger Verkauf gegenüber. „Die Handelsvolumina in diesem auch sonst beliebten Fonds waren überdurchschnittlich stark.“ Umsätze auf beiden Seiten verbucht der Händler auch für den Carmignac Patrimoine (WKN A0DPW0).

Verkäufe dominieren bei asiatischen Aktien

Publikumsfonds, die sich auf asiatische Unternehmen spezialisieren, haben es in dieser Woche bei hiesigen Anlegern schwer. „Die zum Teil guten Wachstumszahlen in einigen Ländern Asiens nehmen Investoren kaum wahr“, meint Kehnen. Verstärkt zurückgegeben würden beispielsweise Anteile am Uni Asia Pacific (WKN 921590) und am DWS Top 50 Asien (WKN 976976). Auf der Abgabenliste befinde sich zudem der Baring Hong Kong China Fund (WKN 972840). Für russische Unternehmen beispielsweise im Pionieer Funds Austria – Russia Stock (WKN 594867) haben Anleger derzeit ebenfalls wenig übrig, Wöllnitz spricht von überwiegenden Abgaben.

Internationale Aktien mal ja mal nein

Bei Körben mit internationaler Ausrichtung erkennt Kehnen keine eindeutige Tendenz. Käufen zum Beispiel des M&G Global Dividend Fund (WKN A0Q349), der auf eine überdurchschnittlich Dividendenrendite mit vorwiegend internationalen Aktien zielt, stünden Verkäufe im Uni Value Fonds Global (WKN 631010) gegenüber. Auf wenig Gegenliebe stoße auf der einen Seite der Lingohr Systematic LBB Invest (WKN 977479), während Anleger sich den Carmignac Patrimoine (WKN A0PGS3) vermehrt ins Depot legten.

Anleger trennen sich von Goldminen

Minenfonds würden vom nachgebenden Goldpreis mitgezogen und seien in der vergangenen Woche überwiegend verkauft worden, wie Kehnen bemerkt. Betroffen sind beispielsweise der Falcon Gold Equity Fund (WKN 972376) und der Craton Capital Precious Metal Fund (WKN 964907). Mehr Abflüsse als Zuflüsse verbucht die Baader Bank zudem für den in US-Dollar notierten Gold Equity Fund (WKN 757324).

© 22. Mai 2012/Iris Merker

Name des FondsAnlageschwerpunktWKNTendenz
CS Euroreal Immobilienfonds Europa 980500 Verkäufe
cominvest Fondak P Aktien Deutschland 847101 Käufe
Veri-Valeur Fonds Aktien Deutschland 976320 Käufe
SEB Aktienfonds Aktien Deutschland 847347 Verkäufe
Allianz RCM Europe Equity Growth Aktien Europa A0KDMU Verkäufe
FvS Strategie Multiple Opportunities Mischfonds EUR flexibel A0M430 Käufe + Verkäufe
Carmignac Patrimoine Mischfonds EUR ausgewogen A0DPW0 Käufe + Verkäufe
Allianz RCM Europe Equity Growth Aktien Asien-Pazifik ohne Japan 921590 Verkäufe
UniAsiaPacific Aktien Asien-Pazifik ohne Japan 921590 Verkäufe
Baring Hong Kong China Fd Aktien China 972840 Verkäufe
Pioneer Fds (A) Russia Stock Aktien Russland 594867 Verkäufe
M&G Global Dividend Fund Aktien weltweit Standardwerte Value A0Q349 Käufe
UniValueFonds: Global Aktien weltweit Standardwerte Value 631010 Verkäufe
Lingohr-Systematic-LBB-Invest Aktien weltweit Standardwerte Value 977479 Verkäufe
Carmignac Patrimoine Mischfonds A0PGS3 Käufe
Falcon Gold Equity Fund Edelmetalle 972376 Verkäufe
Craton Capital Precious Metal Edelmetalle 964907 Verkäufe
Gold Equity Edelmetalle 757324 Verkäufe

text ETFs: Lieber die Neue Welt
Dienstag, 22 May 2012 13:40:49 GMT

22. Mai 2012. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Wieder einmal bestimmt Griechenland die Schlagzeilen – und auch den ETF-Handel. „Wir hatten mit 63 zu 37 Prozent eine deutliche Dominanz der Verkäufe“, erklärt Bernardus Roelofs von Flow Traders. „Die Spekulationen über einen Austritt Griechenlands aus der Eurozone und die damit verbundenen Ansteckungsängste sowie die Herabstufung von 16 spanischen Banken durch Moody`s belasten die Märkte.“

„Die Stimmung ist nicht gerade euphorisch“, meint auch Frank Mohr von der Commerzbank. Von einem „Sell in May“ könne man aber auch nicht sprechen. Laut Alexander Kuppler von der Deutschen Bank hat sich der Trend der Vorwochen fortgesetzt: „Aktien-ETFs werden abgegeben, statt dessen Geldmarkt- und Bundesanleihen-Indexfonds gekauft.“ Auch im Bereich der Sektoren-ETFs zeige sich: Defensiv aufstellen sei wieder das Credo.

US-Indizes kommen gut an

Unter dem Strich fließen Gelder aus Aktien-ETFs ab, wie Händler einhellig berichten. Einige sehen vor allem DAX-Tracker (WKN DBX1DA, ETF001) auf den Verkaufslisten, andere besonders Euro Stoxx 50-ETFs (WKN DBX1EU, ETF050). Ein Trend ist aber klar abzulesen: Wenn überhaupt investiert wird, dann meist in US-Werte. „Die Alte Welt und Asien werden verkauft, die Neue Welt gekauft“, fasst Kuppler zusammen. Wie schon in den Vorwochen griffen Investoren bei S&P 500- und MSCI USA-Produkten (WKN DBX1MU, DBX0F2) zu, wenn auch zaghaft. Bernardus Roelofs von Flow Traders sowie Mark Schönbrodt von der DekaBank bestätigen das.

Flucht auf die Insel?

Auffällig umsatzstark präsentieren sich Mohr zufolge die den britischen Leitindex abbildenden FTSE 100-Indexfonds (WKN ETF081, 628940) – mit einer klaren Käuferdominanz. „Offenbar führen die Probleme in der Eurozone zu einer Flucht in andere Länder, etwa Großbritannien.“ Japanische Aktien (WKN A0DPMW) taugen als Alternative aber wohl nicht: Mohr berichtet von Abflüssen aus ETFs mit japanischen Dividendentiteln.

Auch Emerging Markets-Indexfonds (WKN A0HGZT, DBX1EM) sind derzeit eher unbeliebt. Bei einzelnen Ländern wie Taiwan oder Korea sehen Anleger aber offenbar durchaus Chancen, wie Schönbrodt registriert hat (WKN LYX0CT, DBX1K2). Indexfonds mit russischen Dividendentiteln träfen hingegen nicht mehr den Geschmack, wie der Händler ergänzt. Viel Freude haben Investoren an Russland-Anlagen zuletzt auch nicht gehabt: Der Lyxor Russia (WKN LYX0AF) hat seit dem Jahreshoch Mitte März über 20 Prozent an Wert verloren, beim db x-trackers MSCI Russia Capped (WKN DBX1RC) sieht es ähnlich trübe aus.

Banken-ETFs lassen weiter Federn

Angesichts anhaltender Sorgen um die Verfassung der Banken – noch geschürt durch die Herabstufung der spanischen Institute am vergangenen Donnerstag – überrascht nicht, dass sich Anleger von Banken-ETFs (WKN ETF062) trennen, wie die Commerzbank beobachtet hat. Die kräftigen Gewinne der Banken-Indexfonds aus den ersten zwei Monaten diesen Jahres sind mittlerweile vollständig aufgezehrt. ETFs mit Aktien von Finanzdienstleistern (WKN ETF066), konkret Börsenbetreibern und Asset Managern, landen Mohr zufolge hingegen in den Portfolios. „Hier könnte eine Rolle gespielt haben, dass es sich meist um britische Asset Manager handelt“, mutmaßt der Händler.

Abgesehen davon wird im Allgemeinen auf defensive Branchen gesetzt, etwa Grundstoffe (WKN DBX1SB, ETF063) und Gesundheitswerte (WKN DBX1SH), wie die Händler berichten. Die DekaBank sieht auch Interesse an Telekommunikations- und Versorgerwerten (WKN A0H08R, A0HQ4RO) – ebenfalls typische Antizykliker. Zykliker wie die Bau- oder die Automobilbranche (WKN A0H08F, A0RPR0) würden unterdessen abgestoßen. Ob der Immobiliensektor als sicherer Hafen taugt oder nicht, darüber gibt es offenbar unterschiedliche Ansichten: Während die Commerzbank von Abgaben aus Immobilien-ETFs berichtet, hat die Deutsche Bank Zuflüsse ausgemacht.

Deutsche Kurzläufer gesucht

Vergleichsweise wenig los ist im Bereich Renten-ETFs. Mohr zufolge werden deutsche Kurzläufer eher gekauft und Langläufer verkauft. „Vor allem bei kurz laufenden deutschen Staatsanleihen gab es Zuflüsse“, meint auch Alexander Kuppler. In Geldmarkt-Indexfonds (WKN A0Q4RZ) sehen einige Händler einen Verkaufs-, einige einen Kaufüberhang.

Gemischt ist das Bild auch bei ETFs mit Unternehmensanleihen, die in diesem Jahr zwischenzeitlich sehr beliebt waren: Roelofs hat Handel in beide Richtungen im iShares Markit iBoxx Euro Corporate Bond (WKN 251124) registriert, während im Lyxor Euro Corporate Bond (WKN LYX0EE) noch die Zuflüsse überwögen. Indexfonds mit Schwellenländeranleihen, etwa der iShares JPMorgan US-Dollar Emerging Markets Bond (WKN A0RFFT), ziehen Roelofs zufolge aktuell nicht.

© 22. Mai 2012 / Anna-Maria Borse

Name des ETFsAnlageschwerpunktWKNTendenz
DB X_Trackers DAX ETF Aktienfonds Deutschland DBX1DA Verkäufe
COM STAGE ETF DAX TR Aktienfonds Europa ETF001 Verkäufe
db x-trackers EURO STOXX ETF 50 Aktienfonds Europa DBX1EU Verkäufe
omStage ETF Euro Stoxx 50 NR. Aktienfonds Europa ETF050 Verkäufe
db x-trackers MSCI USA TRN Index ETF Aktienfonds USA DBX1MU Käufe
db xtrackers S&P 500 ETF Aktienfonds Deutschland DBX0F2 Käufe
ComStage ETF FTSE 100 TR Aktienfonds Großbritannien ETF081 Käufe
iShares FTSE 100 (DE) Aktienfonds Großbritannien 628940 Käufe
iShares MSCI Japan Aktienfonds Japan A0DPMW Verkäufe
IShares MSCSI Emerging Markets Aktienfonds Indien A0HGZT Verkäufe
db x-trackers MSCI Emerging Markets TRN Aktienfonds Emerging Markets DBX1EM Verkäufe
Lyxor ETF MSCI Taiwan Aktienfonds Taiwan LYX0CT Verkäufe
Db X-trackers MSCI Korea TRN Index ETF Aktienfonds Südkorea DBX1K2 Käufe
LYXOR ETF RUSSIA Rentenfonds Geldmarkt LYX0AF Verkäufe
db xtrackers msci russia capped index etf Aktienfonds Russland DBX1RC Verkäufe
Lyxor ETF STOXX Europe 600 Basic Resources Aktienfonds Europa Roh- und Grundstoffe LYX0AX Verkäufe
COMSTAGE ETF STOXX EUROPE 600 NR Aktienfonds Europa Banken ETF062 Verkäufe
ComStage ETF STOXX EUROPE FINANCIAL Aktienfonds Europa Finanzdienstleister ETF066 Käufe
db xtrackers stoxx europe 600 basic resources Aktienfonds Europa DBX1SB Käufe
comstage etf stoxx europe basic resources Aktienfonds Europa ETF063 Käufe
db x-trackers stoxx eruope 600 health care etf Aktienfonds Europa Pharma und Gesundheit DBX1SH Käufe
ishares stoxx europe 600 telecommunications Aktienfonds Telekommunikation A0H08R Käufe
ishares stoxx europe 600 construction Aktienfonds Bauindustrie A0H08F Verkäufe
stoxx 600 optimised automobiles & parts Aktienfonds Automobilindustrie A0RPR0 Verkäife
ishares eb.rexx money market de Rentenfonds Geldmarkt A0Q4RZ Käufe
ishares markit iboxx euro corporate bond Rentenfonds Unternehmensanleihen 251124 Käufe/Verkäufe
lyxor etf euro corporate bond Rentenfonds Unternehmensanliehen LYX0EE Käufe
ishares jpmorgan & emerging market bonds Rentenfonds Emerging Markets A0RFFT Verkäufe

text Hüfners Wochenkommentar: Neue Agenda der Eurokrise
Dienstag, 22 May 2012 11:00:14 GMT

22. Mai 2012. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Die Eurokrise hat eine neue Wendung genommen. Jetzt sind es nicht mehr nur noch die Banken, die sich gegen­seitig misstrauen und sich kein Geld mehr leihen. Jetzt ziehen auch Privatleute Geld von den Kreditinstituten ab. In Griechenland sollen in der vergangenen Woche an ei­nem Tag 900 Millionen Euro abgehoben worden sein (über­tragen auf die Größe Deutschlands wären dies über 35 Milliarden Euro, rund 6 Prozent der gesamten Spareinlagen in der Bundesrepublik). Auch in Spanien gab es offenbar größere Geldabzüge. Damit ist jetzt erstmals die Funk­tionsfähigkeit der gemeinsamen Währung in Gefahr. Es droht ein Bank-Run.

Das sind nicht nur Panikreaktionen. Wenn alle Welt von Währungsproblemen redet, sollte man sich nicht wun­dern, wenn die Menschen ihr Geld im Ausland in Sicher­heit bringen wollen (oder es unters Kopfkissen legen). Überraschend ist nicht, dass es die Probleme gibt, son­dern dass sie nicht noch größer sind. Das kann aber jederzeit passieren.

Wenn sich die Lage ändert, müssen auch die Strategien angepasst werden. Es ist schon ein wenig geisterhaft, dass man von den Politikern bisher immer nur die glei­chen Stereotypen hört. Hier sind fünf Punkte, die aus meiner Sicht hilfreich sein könnten. Es sind keine politi­schen Empfehlungen. Sie sollen nur die Richtung ange­ben, in der gedacht werden muss.

Erstens und am dringlichsten muss das Vertrauen in die Währung in den betroffenen Regionen wieder hergestellt werden. An sich müsste es jetzt so etwas geben wie die Erklärung der deutschen Bundeskanzlerin im Herbst 2008. Damals trat sie nach der Lehman-Pleite an einem Sonntagnachmittag demonstrativ vor die Fernseh­kame­ras und sagte, die Spareinlagen der Deutschen seien sicher. Das war juristisch zwar ohne Basis. Es erreichte jedoch seinen Zweck. Die Geldabzüge von den deut­schen Privatbanken hörten von einem Tag zum anderen auf. Das Problem ist, dass es derzeit keine glaubwür­dige Persönlichkeit in Europa gibt, die so etwas sagen könnte. Es gibt auch kein europäisches Bankensystem, das nach einheitlichen Standards beaufsichtigt wird. Vielleicht geht es daher nur mit Kapitalverkehrskon­trol­len in Griechenland und einem Staatskuratel für die be­troffenen spanischen Banken. All das ist Teufelszeug. Es muss aber wenigstens als Plan B in der Schublade liegen. Bis zu den griechischen Wahlen am 17. Juni kann man nicht warten.

Zweitens sollte man nicht mehr so tun, als seien die Griechen noch Mitglied der Währungsunion. Sie sind es de facto nicht mehr. Sie haben zwar noch die gleiche Währung. Sie halten sich aber nicht mehr an die Regeln. Damit verlieren sie auch ihre Rechte. Der IWF hat seine Beziehungen zu Athen vorübergehend eingefroren. Die Europäische Zentralbank stellt reguläre Geschäfte mit dortigen Banken ein. Man sollte das formalisieren und den griechischen Vertretern in der Europäischen Zen­tralbank nahe legen, ihre Ämter niederzulegen oder sie zumindest ruhen zu lassen. Athen ist out und muss sei­ne Probleme jetzt erst einmal selbst lösen. Wenn es das mit dem Euro tun will, ist das seine Sache. Es nimmt sich dadurch freilich der Chance auf eine Abwertung. Mitglied des Euroraums ist es dadurch nicht.

Drittens sollte Spanien unter den Rettungsschirm ge­nommen werden. Dann hätte es genug Geld, seine Ban­ken zu stützen. Lange hat man gesagt, dass Spanien dazu zu groß sei. Das ist nach der Ausweitung des Schirms aber nicht mehr der Fall. Mit dem Geld des Ret­tungsschirms im Rücken, würde vielleicht auch eine Er­klärung der spanischen Regierung, dass die Einlagen bei ihren Banken sicher seien, glaubwürdiger.

Viertens sollten wir unsere Haltung zu Wachstumsim­pul­sen ändern. Bisher sprach man vor allem von Struk­tur­reformen und Investitionskrediten. Wenn jetzt aber fast die Hälfte des Euroraums in einer tiefen Rezession steckt und die Jugendarbeitslosigkeit so dramatisch ansteigt, reicht das nicht mehr. Natürlich dürfen die Spar­disziplin und die Strukturreformen nicht aufge-weicht werden. Vielleicht kann man aber in Ländern mit schrumpfender Wirtschaftsleistung neben dem Normal­haushalt, der nach wie vor die Sparauflagen einhält, einen Investitionshaushalt stellen, der nur der Wachs­tumsförderung dient. Er sollte mindestens 1 Prozent des Brut­toinlandsprodukts der betroffenen Länder umfassen (ca. 500 Milliarden Euro zusammen). Er wird von den Ländern selbst aufgestellt, wird aber nicht auf den Fiskalpakt an­gerechnet. Die Länder werden zur Finanzierung dieser Investitionen Euro-Bonds verlangen mit gemeinschaft­licher Haftung aller Länder. Das ist aber nicht nötig. Die Märkte haben inzwischen genügend Mittel. Sie würden nationale Programme finanzieren, vorausgesetzt sie sehen, dass sich dadurch die Lage bessert. Der einzige Vorteil der Euro-Bonds wäre, dass die Zinsen niedriger sind. Dafür wäre der Disziplinierungsdruck der Märkte geringer.

Fünftens schließlich muss das tiefer liegende politische Problem der Eurokrise angegangen werden. Griechen­land hat gezeigt: Die Menschen wollen den Euro, sie wollen aber nicht die Konsequenzen tragen, die mit der Einführung einer europäischen Währung verbunden sind (seien es die harten Sparauflagen, sei es die Preisgabe von Souveränität). Auch Deutschland hat so ein Griechenlandproblem. Es hat nur das Glück, dass es sich in einer komfortableren wirtschaftlichen Situation befindet.

Die Regierungen müssen anfangen, der Bevölkerung klar zu machen, dass es eine europäische Währung auf Dauer nur geben kann, wenn es auch eine entspre­chende europäische Politik und einen Souveränitäts­ver­zicht der Nationalstaaten gibt. Dies müsste man zur de­mokratischen Legitimierung der gemeinsamen Währung dem Volk zur Abstimmung vorlegen. Wenn die Mitglieder das nicht wollen, müssen sie zu einer nationalen Wäh­rung zurückkehren.

Für den Anleger

Angesichts der gewachsenen Unsicherheiten, vor allem der akuten Gefahr eines Zusammenbruchs des Finanz­systems, ist mit einer durchgreifenden Erholung der Ak­tienmärkte vorerst nicht zu rechnen. Ich habe an dieser Stelle schon häufiger gesagt, dass es erst noch schlech­ter werden muss (um die Bereitschaft zu einer neuen Politik zu erreichen), bevor es besser wird. Die genann­ten fünf Punkte zum Euro sind Kriterien um zu beur­tei­len, ob die Maßnahmen, die dann ergriffen werden, für die Lösung der Probleme hilfreich sein können oder nicht.

Anmerkungen oder Anregungen? Martin Hüfner freut sich auf den Dialog mit Ihnen: redaktion@deutsche-boerse.com.

© 22. Mai 2012 /Martin Hüfner

Dr. Martin W. Hüfner ist Chief Economist bei Assenagon Asset Management S.A. Er war viele Jahre Chefvolkswirt beziehungsweise Senior Economist bei der HypoVereinsbank und der Deutschen Bank. In Brüssel leitete er den renommierten Wirtschafts- und Währungsausschuss der Chefvolkswirte der Europäischen Bankenvereinigung. Hüfner schreibt für große internationale Zeitungen wie die Neue Züricher Zeitung oder die Schweizer Finanz und Wirtschaft sowie für große Zeitungen in Deutschland. Er ist Autor mehrerer Bücher, u. a. "Europa Die Macht von Morgen" und "Comeback für Deutschland"


text Statistischer Wochenrückblick
Dienstag, 22 May 2012 10:02:38 GMT

Auf dieser Seite fassen wir jede Woche markante Kursdaten zum Fonds-Handel für Sie zusammen. Wünschen Sie weitere Informationen? Dann schreiben Sie uns bitte an redaktion@deutsche-boerse.com.

Wichtige Marktindikatoren

IndikatorSchlussstand 21. Maiggü. Vorwocheggü. Vorwoche in %
DAX 6.331 -121 Punkte -1,88 %
MDAX 10.170 -194 Punkte -1,87 %
TecDAX 751 -21 Punkte -2,72 %
SDAX 4.761 -221 Punkte -4,44 %
Euro Stoxx 50 2.150 -52 Punkte -2,36 %
Dow Jones Ind. 12.504 -191 Punkte -1,50 %
NASDAQ 100 2.545 -45 Punkte -1,74 %
Nikkei 225 8.634 -340 Punkte -3,79 %
Gold 1.595,50 $ +36,50 $ +2,34 %
Rohöl-Brent Oil 109,3 $ -1,20 $ -1,09 %
EUR/USD 1,2750 $ -0,0013 $ -0,88 %

Weitere Marktindikatoren bei boerse-frankfurt.de/indizes.

Die umsatzstärksten Fonds der Woche

FondsnameTypWKNUmsatz
CS Euroreal Immobilienfonds 980500 2,32 Mio. €
FLOSSBACH v. STORCH Fonds Deutschland A0M430 1,49 Mio. €
CMTCH on SMI Aktienfonds Schweiz 935568 1,48Mio. €
DWS Deutschland Mischfonds Welt 849096 0,7 Mio. €
SEB Immoinvest P Immobilienfonds 980230 0,6 Mio. €

Beste und schlechteste Wochenperformance

Alle Unternehmen sind einer von 18 Branchen zugeteilt. Hier stellen wir die jeweils drei Branchen mit der besten und der schlechtesten Performance dar.

BrancheWochenschlussVeränderung zur Vorwoche
Nahrung 558,50 + 8,91 %
Telekom 100,19 + 0,00 %
Einzelhandel 226,67 - 0,10 %
Software 11937,30 - 3,78 %
Bau 441,07 - 4,14 %
Technologie 414,98 - 4,30 %

Performance nach Anlageschwerpunkt

Diese drei Anlageschwerpunkte haben die beste Performance auf Monatssicht geschafft.

Schwerpunkt1 Monat6 Monate1 Jahr
Biotechnologie + 3,73 % + 25,88 % + 60,42 %
Anleihen EUR Langläufer + 2,24 % + 8,26 % + 16,98 %
Alt-Systematic Futures + 1,69 % + 0,84 % /

text Mobile Angebote zum Spielen
Montag, 21 May 2012 12:54:15 GMT

21. Mai. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Das Börsenspiel für unterwegs: Mit einer iPhone-App können Sie alle Funktionen des Börsenspiels von Handelsblatt und Börse Frankfurt nutzen, etwa Orders aufgeben und stornieren. Sie erhalten Überblick über die Ranglisten und bekommen die wichtigsten News direkt auf Ihr iPhone. Registrieren Sie sich bitte einmalig und kostenlos auf der Website des Spiels.

Auch eine App für Android-Geräte ist in Arbeit und steht in wenigen Tagen zur Verfügung.Besitzer aller anderen Geräte können auf die mobile Site zugreifen.






Die kleinen Einschränkungen beim Börsenspiel der ersten Woche sind nun weitestgehend behoben. Wir möchten Ihnen zu Beginn der zweiten Woche einen Überblick geben, falls Sie von dem einen oder anderen Punkt betroffen waren. Eins vorweg: Von den Einschränkungen waren alle Spieler gleichermaßen betroffen.

Rangliste

Die Rangliste ist derzeit wegen des Problems mit den Restwerten ausgeknockter Zertifikate ausgeblendet. Das Problem ist inzwischen behoben, die Depots sind manuell korrigiert worden. Wir überprüfen jetzt noch die Bewegungen in den Depots auf den vorderen Plätzen und nehmen in wenigen Stunden die Rangliste wieder online.

Wochengewinner

Heute am Nachmittag stehen dann auch die Wochengewinner fest, die wir fortan jeden Montagmorgen verkünden werden. Das Handelsblatt möchte dienstags darüber berichten.

Bewertung der ETFs

Seit Freitagmittag bis zum heutigen Börsenbeginn waren die Preise der ETFs wegen eines Datenfehlers nicht mehr verfügbar. Diese Wertpapiere flossen nicht in die Bewertung ein und Sie konnten sie nicht verkaufen. Das ist inzwischen zum größten Teil korrigiert und spätestens mit Ablauf des heutigen Tages für alle Depots gelöst.

Handelbarkeit von ETCs und ETNs

Ebenfalls wegen eines Datenfehlers ist derzeit das Kaufen und Verkaufen von ETCs und ETNS nicht möglich. Dies wird aber spätestens am Mittwoch zu Handelsbeginn behoben sein.

Ausbuchungen von ausgeknockten Zertifikaten

Hebelpapiere, die ihre Knock-out-Schwelle erreicht haben, können nun ausgebucht werden. Dies geschieht nach folgender Logik:

  • Zertifikate ohne Stopp-loss-Schwelle werden mit 0,001 Cent bewertet.
  • Bei Zertifikaten mit Stopp-loss-Schwelle wird der letzte Bid-Quote zur Bewertung herangezogen. Sollte dieser nicht verfügbar sein, der letzte Preis.

Alle Depots sollten inzwischen manuell angepasst sein. Befindet sich noch solch ein Wertpapier in Ihrem Depot, nehmen Sie bitte Kontakt mit uns auf. (redaktion@deutsche-boerse.com, +49(0)69 2111 1 5417).

Im Moment werden die Zertifikate noch einmal täglich nach Handelsschluss ausgebucht, zukünftig soll dies auch fortlaufend geschehen.

Löschen von Orders

Bei einigen wenigen Nutzern tritt das Phänomen auf, dass sie eine Order als gelöscht angezeigt bekommen, diese dann aber doch ausgeführt wird. Das Problem ist erkannt und sollte heute nach Handelsschluss behoben sein. Solche Fehlbuchungen können manuell rückabgewickelt werden, bitte melden.

Ausbuchen von ausgelaufenen Zertifikaten

Zertifikate, die ihre Fälligkeit erreicht, können derzeit noch nicht ausgebucht werden. Dieses Problem wird in den nächsten Tagen gelöst sein.

Wir wünschen allen Teilnehmern weiterhin viel Spaß und Erfolg!


text Wochenausblick: Das Zittern geht weiter
Montag, 21 May 2012 09:19:11 GMT

21. Mai 2012. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Aktien auf Tauchkurs, immer höhere Risikoaufschläge für europäische Problemländer, Flucht in Bundesanleihen – der als immer wahrscheinlicher geltende Austritt Griechenlands aus der Eurozone sorgt für Angst und Schrecken an den Kapitalmärkten. Zum Wochenausklang hatte die Rating-Agentur Fitch noch die Kreditwürdigkeit des Krisenstaats herabgestuft und zuvor Moody's die Bonität von 16 spanischen Banken gesenkt. Der DAX verlor in der vergangenen Woche abermals 4,7 Prozent, die Gewinne aus diesem Jahr sind damit zum großen Teil wieder dahin. Heute Morgen notiert das deutsche Aktienbarometer mit 6.280 Punkten ganz leicht im Plus.

Schicksalstag im Juni

Laut Landesbank Berlin ist kurzfristig die Chance auf Entspannung recht gering. „Wie ein Damoklesschwert schweben die für den 17. Juni angesetzten Neuwahlen in Griechenland über den Kapitalmärkten.“ Die Volatilität bleibe aufgrund der immensen Unsicherheit hoch. „Hinzu kommen fehlende Impulse von der Unternehmensseite durch die nahezu abgeschlossene Berichtssaison, der Eintritt in die saisonal- und umsatzschwachen Sommermonate und anhaltende Konjunktursorgen.“

Keine Wiederholung von 2011

Die jüngste Entwicklung erinnert Andreas Hürkamp von der Commerzbank an 2011, als Staatsschuldenkrise und Sorgen um die Weltkonjunktur die Börsen nach einem guten Jahresstart tief ins Minus drückten. „Vor allem wegen der weiterhin robusten US-Konjunktur sollte sich ein derartiger Einbruch in diesem Jahr aber nicht wiederholen.“ So werde die US-Wirtschaft im zweiten und dritten Quartal keine Wachstumsdelle durchlaufen, für China erwartet er ein „soft landing“. Darüber hinaus hätten sich die Kurs-Gewinn-Verhältnisse deutlich verbessert.

Komme es zu einer Staatspleite und kollabiere das griechische Bankensystem, wären wohl heftige Reaktionen an den Finanzmärkten zu erwarten, vermutet Hürkamps Kollege Christoph Weil. „Doch wenn klar wird, dass Notenbanken, Regierungen und IWF die Lage beherrschen, dürfte nach einigen Wochen das Schlimmste überstanden sein.“ Möglicherweise werde sich schon bald Erleichterung breit machen, dass mit Griechenland das größte Sorgenkind die Eurozone verlassen hat.

Markttechnik: Weitere Verluste möglich

Aus charttechnischer Sicht bleibt das Aktienbild zunächst trüb, wie Robert Halver von der Baader Bank meint. „So ist der DAX unter den seit Mitte März bestehenden Abwärtstrend bei 6.375 gefallen, was weitere Einbußen bis hin zum äußerst wichtigen Unterstützungsbereich zwischen 6.200 und 6.170 Punkten nach sich ziehen könnte.“ Hier verlaufe auch die fallende 200-Tage-Linie bei derzeit 6.185 Punkten. Kämpfe sich der DAX allerdings zurück über den Widerstand bei 6.375, so seien Kursgewinne bis zur Marke bei 6.470 Punkten ins Auge zu fassen.

In der neuen Handelswoche blicken Marktteilnehmer mit Spannung auf den am Mittwoch anstehenden EU-Sondergipfel zum Thema Wachstum. Dass der neue französische Präsident Hollande sich kürzlich abermals für Eurobonds ausgesprochen hat, dürfte allerdings zumindest den Deutschen nicht schmecken. Daneben sollten in den kommenden Tagen die Einkaufsmanagerindizes für die Eurozone sowie das ifo-Geschäftsklima für Interesse sorgen.

Wichtige Konjunktur- und Wirtschaftsdaten

Mittwoch, 23. Mai

  • EU-Sondertreffen zum Thema Wachstums
  • 16.00 Uhr. USA: FHFA Hauspreisindex März. Laut HSBC Trinkaus hat der US-Immobiliensektor die Talsohle durchschritten. Die Analysten rechnen mit dem zweiten Jahresplus in Folge, nach negativen Jahresraten seit August 2007.

Donnerstag, 24. Mai

  • 9.30 Uhr. Deutschland: Einkaufsmanagerindex Verarbeitendes Gewerbe/Dienstleistungen Mai.
  • 10.00 Uhr. EU: Einkaufsmanagerindex Verarbeitendes Gewerbe/Dienstleistungen Mai. Die Daten werden laut DekaBank keine Entwarnung geben und weiterhin auf eine angespannte Lage hindeuten. Ein Absturz sei aber nahezu auszuschließen, denn Deutschland und Frankreich zeigten sich in den jüngsten realwirtschaftlichen Daten doch als sehr robust.
  • 10.00 Uhr. Deutschland: ifo-Geschäftsklima Mai. Der deutsche ifo-Geschäftsklimaindex könnte laut Helaba in Anbetracht seines hohen Niveaus einen kleinen Rücksetzer erfahren. Die Analysten prognostizieren 109,6 nach 109,9 Punkten.
  • 14.30 Uhr. USA: Auftragseingänge langlebige Wirtschaftsgüter April. Die US-Industrie befindet sich der DekaBank zufolge grundsätzlich auf einem guten Wachstumspfad. Dennoch werde für April wohl zum zweiten Mal in Folge ein Rückgang der Auftragseingänge gemeldet werden, vor allem durch weniger Orders des Flugzeugbauers Boeing.

Weitere Termine sowie die aktuellen Daten kurz nach ihrer Veröffentlichung finden Sie auf boerse-frankfurt.de/termine. Möchten Sie den Wochenausblick kostenlos per E-Mail erhalten, dann melden Sie sich an auf boerse-frankfurt.de/newsletter.

© 21. Mai 2012/Anna-Maria Borse


text Vier neue Renten-ETFs
Freitag, 18 May 2012 14:50:00 GMT

18. Mai 2012. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Vier neue Indexfonds des Emittenten SPDR (State Street Global Advisors) erweitern das Produktangebot auf Xetra.

Die drei SPDR-ETFs auf Barclays Capital UK Gilt Indizes bieten den Investoren erstmals Zugang zum Staatsanleihenmarkt von Großbritannien mit der Möglichkeit, auf Zinserwartungen innerhalb der unterschiedlichen Laufzeitbänder zu reagieren.

Mit dem SPDR Barclays Capital Sterling Corporate Bond ETF haben die Anleger erstmals die Möglichkeit, an der Wertentwicklung von in Sterling denominierten Unternehmensanleihen mit Investment-Grade zu partizipieren.

Das ETF-Angebot auf Xetra umfasst derzeit insgesamt 974 börsengelistete Indexfonds bei einem durchschnittlichen monatlichen Handelsvolumen von 12 Milliarden Euro.

© 18. Mai 2012/Deutsche Börse AG

Details zu den neuen ETFs

NameWKNHandelswährungGesamtkostenquote
SPDR Barclays Capital 1-5 Year Gilt ETF A1JKSX Euro 0,15 %
SPDR Barclays Capital 15+ Year Gilt ETF A1JKSY Euro 0,15 %
SPDR Barclays Capital UK Gilt ETF A1JJTR Euro 0,15 %
SPDR Barclays Capital Sterling Corporate Bond ETF A1JJTS Euro 0,15 %

text Anleihen: Bund-Future weiter auf Rekordjagd
Freitag, 18 May 2012 13:32:01 GMT

18. Mai 2012. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Nach den gescheiterten Bemühungen um eine Regierungsbildung in Griechenland und der Ankündigung von Neuwahlen spitzt sich das Eurozonen-Drama zu. Zuletzt stufte die Ratingagentur Fitch die Kreditwürdigkeit des Krisenstaats herab, am gestrigen Donnerstag hatte Moody's die Bonität von 16 spanischen Banken gesenkt. „Die Krise verschärft sich immer weiter – in all ihren Ausprägungen“, fasst Gregor Daniel von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsgesellschaft die Lage zusammen. Mehr und mehr setze sich die Einsicht durch, dass Griechenland aus dem Euro aussteigen werde. „Jetzt haben wird den (griechischen) Salat.“ Viele Griechen plünderten ihre Konten aus Angst vor einem Austritt aus der Eurozone, wie Arthur Brunner von ICF Kursmakler berichtet.

„Anleger trennen sich von Griechenland-Anleihen“, meldet Daniel, diese würden zum Teil nur noch bei 12 Prozent oder darunter gehandelt (WKN A1G1UL, A1G1UU). Der Euro-Bund-Future steigt hingegen am heutigen Freitag auf ein neues historisches Hoch von 144,06 Punkten, im Gegenzug sinkt die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe auf ein Rekordtief von 1,39 Prozent.

Deutschland profitiert

Deutschland muss somit immer weniger für seine Refinanzierung zahlen. „Anderen Regierungschefs erscheinen die Konditionen als Fata Morgana, etwas für sie Unerreichbares“, kommentiert Klaus Stopp von der Baader Bank. Bei der Aufstockung der aktuellen zehnjährigen Bundesanleihe (WKN 113547) um 5 Milliarden Euro habe die Durchschnittsrendite bei 1,47 Prozent gelegen. „Das sind 0,4 Prozent weniger als bei der Erstbegebung im April.“

Griechenland kann zahlen

Für viel Ärger sorgte derweil, dass Athen doch noch Gelder locker machen kann. „Unglaublich aber wahr! Trotz leerer Kassen hat Griechenland einen fälligen Floater nach ausländischem Recht voll zurückgezahlt“, bemerkt die Helaba. Die Beteiligung am Schuldenschnitt sei für Gläubiger dieser Anleihe freiwillig gewesen. „Anleger, die sich nicht beteiligt hatten, lachen sich jetzt ins Fäustchen.“ Daniel zufolge erschwert das künftige Umschuldungsbestrebungen: „Es entsteht der Eindruck, dass einige ungeschoren wegkommen.“

„Grexit“: Problemlösung oder -verschärfung?

Klaus Stopp ist der Frage nachgegangen, welche Folgen ein Austritt Griechenlands aus der Eurozone, neudeutsch „Grexit“ für Griechenland-Exit, am Rentenmarkt hätte: „Die Zinspessimisten gehen davon aus, dass mit dem Austritt Griechenlands das größte Problem für Euroland beseitigt ist, sie erwarten dann große Kursverluste bei Bundesanleihen“, erklärt der Händler. Die Zinsoptimisten erwarteten, dass ein Austritt eine Blaupause für andere Problemländer wie Portugal sein könne. „Die Folge wären ein dramatischer Anstieg der Risikoprämien für die Anleihen der Problemländer und kräftige Kursgewinne bei deutschen Staatspapieren.“ Welches Szenarium eintreten werde, sei die große Gretchen-Frage.

Hoffnung bei Praktiker

Auch im Corporate Bond-Bereich war Arthur Brunner zufolge gegen Ende der Woche eine deutliche Risikoaversion bei Anlegern festzustellen. „Als typisches Beispiel ist hier die IKB-Nachranganleihe zu nennen, die zu Wochenbeginn noch bei 90 notierte, am heutigen Freitag in der Spitze auf 84,5 fiel“, erläutert der Händler (WKN 273032). Bedingt durch den Feiertag und die Proteste in Frankfurt seien viele Marktteilnehmer bereits am Mittwoch in ein langes Wochenende gegangen. „So sind aufgrund der fehlenden Liquidität manche Marktbewegungen noch stärker ausgefallen, als das unter normalen Handelsbedingungen der Fall gewesen wäre.“

Die Praktiker-Anleihe (WKN A1H3JZ) ist nach Ankündigung eines neuen Sanierungskonzepts für die kriselnde Baumarktkette zwischenzeitlich in die Höhe geklettert, wie Rainer Petz von Close Brothers Seydler meldet. „Der Kurs stieg von 43,5 Prozent vor anderthalb Wochen bis auf 57 Prozent, jetzt liegt er aber wieder bei 47 Prozent.“ Praktiker hatte überraschend den Rücktritt des erst seit Oktober amtierenden Vorstandschefs Thomas Fox bekanntgegeben, zudem beschloss der Aufsichtsrat eine Kehrtwende beim Sanierungskonzept.

Stürmische Zeiten für Nordex-Anleger

Eine wahre Berg- und Talfahrt erleben derzeit Nordex-Gläubiger. „Der Kurs rutschte von 95 Prozent Mitte April auf unter 63,5 Anfang Mai, jetzt kostet die Anleihe wieder 82,75 Prozent“, präzisiert Petz. Der Windturbinenbauer hat im ersten Quartal zwar einen Verlust eingefahren, gut gefüllte Auftragsbücher veranlassen aber offenbar zu Optimismus.

Etwas ruhiger geworden ist es hingegen um Photovoltaik-Anleihen. Diese haben sich nach dem Absturz infolge der Pleitewelle in der Solarbranche zwar stabilisiert. „Solarworld wird aktuell zu 30,5 Prozent gehandelt, das Tief lag bei 27 Prozent“, erklärt Petz (WKN A1CR73). Mitte Januar lag der Kurs aber noch bei 66,5 Prozent.

Neuemissionen kommen gut an

Neuemissionen gibt es derzeit zwar nicht unbedingt viele, von Problemen bei der Platzierung kann man aber nicht sprechen, wie Klaus Stopp meint. Etwa sei die Zeichnung für eine Anleihe des österreichischen Baukonzerns Alpine Holding (WKN A1G4NY) vorzeitig geschlossen worden. Das Papier läuft bis 2017, der Kupon beträgt 6 Prozent. Darüber hinaus brachte der Autovermieter Sixt eine neue Anleihe (WKN A1PGPF) mit Laufzeit bis 2018 und einem Kupon von 3,75 Prozent. VW muss für eine neue fünfjährige Anleihe (WKN A1G4TY) lediglich 1,875 Prozent an jährlichen Zinsen zahlen, wie Stopp außerdem meldet. In allen drei Fällen beträgt die Mindestanlagesumme 1.000 Euro.

Auch Hochverzinsliches zieht

Deutlich überzeichnet war eine Neuemission von Zamek (WKN A1K0YD), wie Petz berichtet. „Wegen der hohen Nachfrage wurde die Zeichnung vorzeitig beendet.“ Heute werde das Papier zu 102,4 Prozent gehandelt. „Das ergibt eine Rendite von 7,15 Prozent.“ Die Anleihe des Düsseldorfer Herstellers von Brühen, Suppen, Soßen, Würzen und Fertiggerichten läuft bis 2017, der Nominalzins liegt bei 7,75 Prozent. Im High Yield-Segment wagte sich Schmolz und Bickenbach vor: 9,875 Prozent im Jahr bot der Schweizer Stahlkonzern für eine Anleihe (WKN A1G4PS) mit Laufzeit bis 2019. Das Papier wird allerdings bereits deutlich unter Pari gehandelt.

Bald Startschuss für Schalke-Papier

Daneben können sich Fußballfans schon startklar machen: Am 30. Mai beginnt nämlich die Zeichnungsfrist für eine Anleihe des FC Schalke (WKN A1ML4T) mit siebenjährige Laufzeit und Kupon von 6,75 Prozent, wie Anfang der Woche bekannt wurde. Mit einer Stückelung von 1.000 Euro sollen auch Kleinanleger angesprochen werden. Anders als bisherige Anleihen deutscher Fußballvereine soll das Schalke-Papier an der Börse notiert werden, konkret im Mittelstandssegment der Börse Frankfurt.

© 18. Mai 2012 / Anna-Maria Borse


text Facebook in Reichweite
Donnerstag, 17 May 2012 19:10:11 GMT

16. Mai 2012. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Am Freitag findet an der Wallstreet mit dem Facebook-IPO einer der meistbeachteten Börsengänge der vergangenen Jahre statt. Unabhängig davon, wie man die Renditechancen eines Investment in das größte soziale Netzwerk der Welt einschätzt, ob man Facebook als Apple von morgen erachtet oder das Unternehmen bereits jetzt als völlig überbewertet ansieht, eines ist auf jeden Fall bemerkenswert: Deutsche Anleger können direkt im Anschluss an den IPO an der US-Technologiebörse Nasdaq die Aktien in Frankfurt handeln. Erstmalig wird eine Aktie direkt am Tag der Erstnotierung hier handelbar gemacht.

Viele ausländische Aktien im Angebot

Von den 11.360 Unternehmen, deren Anteile an der Frankfurter Börse gehandelt werden, haben nur knapp 1.000 in Frankfurt ihren Heimatmarkt, die übrigen sind ausländische Werte. Als Heimatmarkt bezeichnet man die Börse, an der ein Unternehmen das Erstlisting hat. Dort ist es an die Börse gegangen und deren Transparenzregeln erfüllt es. In der Regel ist das gehandelte Volumen einer Aktie am Heimatmarkt am größten, dort wird also der Referenzpreis gestellt, an dem sich die anderen Börsen orientieren.

Die anderen gut 10.000 Werte an der Börse Frankfurt haben ihre Erstnotiz an einer anderen Börse und sind von Spezialisten und Designates Sponsors in den Frankfurter Handel einbezogen worden. Diese Aktien werden im Second Quotation Board geführt, das keine weiteren Transparenzpflichten mit sich bringt.

Die Bandbreite der einbezogenen Unternehmen ist groß und reicht von US-Bluechips wie General Motors hin zu kleinen taiwanesischen Technologiewerten. Können die Originalaktien nicht im Ausland gehandelt werden, wie das zum Beispiel bei russischen Aktien der Fall ist, dann werden stattdessen häufig Austauschscheine, so genannte DRs für Depository Receipts, angeboten, die für eine hinterlegte Aktie stehen.

Einige wenige Unternehmen haben ein duales Listing, wie z.B. Fiat.

Geld- und Brief-Quotes nach dem Heimatmarktprinzip

Bei großen internationalen Standardaktien, etwa den Unternehmen im Euro Stoxx 50 oder im Dow Jones Industrial Average, bieten die Spezialisten auf dem Frankfurter Parkett das Heimatmarktprinzip an. Sie kaufen und verkaufen die Aktien zum Preis an der Heimatbörse mit einem kleinen Aufschlag für ihren Service. Schließlich ermöglichen sie erst deren Handel, stellen fortlaufend Geld- und Brief-Quotes und müssen sich die Stücke besorgen.

Außerhalb der Handelszeiten am Heimatmarkt kommt noch ein nachvollziehbarer Risikoaufschlag hinzu, da die Spezialisten bei ihrer Preisstellung nicht an einem liquiden Referenzmarkt orientieren können. Deshalb ist es sinnvoll, ausländische Aktien zu kaufen oder zu verkaufen, wenn deren Hauptbörse geöffnet ist.

Auf die Plätze, fertig, Facebook

Wenn am Freitag nun Facebook seinen Gang aufs NASDAQ-Parkett hinlegt, dann können auch deutsche Anleger sofort die Aktien handeln.

Und das geht so: Punkt 9.30 Uhr Ortszeit startet der Handel an der US-Technologiebörse. Gegen 11 Uhr Ortszeit wird für Facebook der erste Preis festgestellt. Der Börsengang hat ein Volumen von bis zu 16 Milliarden US-Dollar (zum Vergleich: das größte Emissionsvolumen eines Frankfurter IPOs in den vergangenen Jahren war Kabel Deutschland mit knapp 760 Millionen Euro in 2010). Die Preisbildungsspanne für einen Anteil an dem sozialen Netzwerk liegt zwischen 34 und 38 US-Dollar und je nach Nachfrage wird vor dem Börsengang der Emissionspreis festgelegt, zu dem alle Investoren Aktien bekommen, die gezeichnet haben.

Sobald an der NASDAQ nach 17.00 Uhr hiesiger Zeit der erste Preis auf Basis von aktueller Angebot und Nachfrage feststeht, kann die Aktie in Frankfurt gehandelt werden. Das Bankhaus Main betreut den Wert als Spezialist im Frankfurter Parketthandel und die Close Brothers Seydler Bank als Designated Sponsor im klassischen Xetra-Handel. Dann werden auf beiden Plattformen Geld- und Brief-Quotes gestellt.

Ob Sie die Aktie überhaupt kaufen oder verkaufen wollen, ist natürlich eine ganz andere Frage und hängt von Ihrer persönlichen Einschätzung zu dem Unternehmen und seiner Perspektive ab. Die Börse Frankfurt ermöglicht es Ihnen immerhin.

© 16. Mai 2012/Edda Vogt

Details

NameWKN
FACEBOOK INC. A1JWVX

text Auslandsaktien: Beliebtes Facebook
Donnerstag, 17 May 2012 15:10:29 GMT

17. Mai 2012. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Die Hängepartie in Griechenland hält die Aktienbörsen rund um den Globus in Atem. „Die Frage, ob die Hellenen im Euroraum bleiben, hat derzeit auch einen großen Einfluss auf die Entwicklungen etwa an den asiatischen Märkten“, meint Walter Vorhauser von der Close Brothers Seydler Bank. Zudem drückten eigene Sorgen wie die Abschwächung des chinesischen Wirtschaftswachstums auf die Anlegerstimmung. Am gestrigen Mittwoch hat der Hang Seng mit 600 Punkten seinen größten Tagesverlust seit sechs Wochen hinnehmen müssen. Seit Monatsbeginn steht der Hongkonger Leitindex rund 10 Prozent im Minus.

„Die unsichere Großwetterlage bremst zudem das hiesige Interesse an Auslandsaktien“, meint Roland Stadler von der Baader Bank. Am schwächeren Euro um die 1,27 gegenüber dem US-Dollar könne man das schwindende Vertrauen der Investoren in die Eurozone ablesen.

Frühlingserwachen bei Home Depot

Dabei hat etwa der viertwärmste Frühling in der Geschichte der USA Home Depot (WKN 866953) im ersten Quartal überdurchschnittlich gute Geschäfte mit Blumen, Gartenprodukten und Baumaterialien beschert. „Mit plus 6,7 Prozent und deutlich mehr Home Depot-Kunden überstieg das durchschnittliche Einkaufsvolumen die 900 US-Dollar-Marke pro Besuch“, weiß Vorhauser. Hinter dem schwächeren Kurs nach Veröffentlichung der Zahlen vermutet er Gewinnmitnahmen. Seit Mitte August 2011 hat sich der Kurs von knapp 20 Euro auf zwischenzeitlich über 40 Euro mehr als verdoppelt. Derzeit notiert die Aktie bei rund 38 Euro.

Die weltgrößte Baumarktkette profitiert vom zurückgekehrten Verbrauchervertrauen, wie der Händler beobachtet. Die Stimmung, die der Sentimentibarometer von Wells Fargo widerspiegelt, lasse auf eine Erholung im Bausektor hoffen. „Der recht zuverlässige Indikator erreichte in dieser Woche den höchsten Stand seit Mai 2007.“ Mit 16 Milliarden US-Dollar sei Home Depot ein Umsatzplus von 5,9 Prozent gegenüber der Vorjahresperiode gelungen. Beim Gewinn stehe ein Zuwachs von 27,5 Prozent auf 1,04 Milliarden US-Dollar zu Buche. Für das laufende Jahr rechne Home Depot nun mit einem angehobenen Umsatzwachstum von 4,6 Prozent, bisher sollten es plus 4 Prozent sein.

Richemont-Geschäft in Asien boomt

Insbesondere der steigende Wohlstand in der Region Asien-Pazifik sorgte bei Richemont-Aktionären (WKN A0Q9J3) für zufriedene Gesichter. Der Schweizer Luxusgüterkonzern schütte für das Geschäftsjahr 2011 eine 22 Prozent höhere Dividende von 0,55 Franken aus. Mit Edelschmuck etwa von Cartier und Luxusuhren der Marken IWC und Jaeger-LeCoultre habe Richemont einen Rekordgewinn von plus 43 Prozent auf 1,54 Milliarden Euro für das Geschäftsjahr 2011 eingefahren. „Das Unternehmen konnte beispielsweise die höheren Rohstoffkosten auf die Produktpreise problemlos umlegen“, begründet Stadler. Das sei im mittleren und unteren Segment nicht so einfach.

„Mittlerweile macht das Asiengeschäft 42 Prozent der Richemont-Gruppenumsätze aus.“ Von diesem Boom profitiere die gesamte Branche. Denn auch LVMH (WKN 853292) weise ein deutliches Umsatzplus im ersten Quartal aus und der Handtaschenhersteller Hermes (WKN 886670) gebe zudem sich optimistisch. Der Uhrenproduzent Swatch (WKN 865126) halte gar dieses Jahr zweistellige Wachstumsraten für möglich.

Facebook-Aktien ab Freitag im Handel

Der Börsengang von Facebook läuft über Erwarten gut. „Aufgrund der hohen Nachfrage hat das weltweit größte soziale Netzwerk sowohl die Anzahl der Aktien als auch die Preisspanne für eine Aktie erhöht“, berichtet Stadler. Statt der anfangs vorgesehenen 28 bis 35 US-Dollar soll einer der 421 Millionen Unternehmensanteile nun zwischen 34 und 38 US-Dollar kosten. „Der endgültige Ausgabepreis wird vermutlich noch heute bekanntgegeben.“ Ab dem morgigen Freitag ist der Börsengang an der New Yorker Technologiebörse Nasdaq vorgesehen. Ab der ersten Preisfestlellung kann die Facebook-Aktie auch in Frankfurt gehandelt werden.

Strategie von Sina überzeugt

Mit geringer als erwarteten Verlusten startete Sina Corporation (WKN 929917) ins neue Jahr. Für das erste Quartal verbuche das führende chinesische Internetportal mit seinen Diensten sina.com, Sina Mobile, Sina Online und Sina Net ein Minus in Höhe von 13,7 Millionen US-Dollar von zuvor 15 Millionen US-Dollar. Bei den Werbeeinnahmen, dem Hauptgeschäft des Konzerns, konnte Sina von 72,3 auf 78,5 Millionen US-Dollar zulegen. Insgesamt stehe ein Umsatz von 106,2 Millionen US-Dollar zu Buche. Für das Gesamtjahr erwarte Sina eine schwächere Gewinnmarge. „Zusätzliche Kosten für Sina Weibo, dem chinesischen Microblogging-Dienst belasten die Zahlen.“ Mit über 300 Millionen Konten habe Weibo mittlerweile das international aufgestellte Twitter überholt.

Mit Veröffentlichung der Ergebnisse ist die Sina-Aktie zunächst kräftig um 10 Prozent auf zwischenzeitlich 46,60 Euro gestiegen, wie Vorhauser berichtet. Hinter dieser Entwicklung vermutet der Händler eine Gegenreaktion der deutlichen Verkäufe seit Mitte März, durch die der Kurs um insgesamt 50 Prozent eingebrochen war.

© 17. Mai 2012 / Iris Merker

UnternehmenBrancheLandWKN
Home Depot Handel USA 866953
Compagnie Financiere Richemont Konsumgüter Schweiz A0Q9J3
LVMH Konsumgüter Frankreich 853292
Hermes International Konsumgüter Frankreich 886670
Swatch Konsumgüter Schweizer 865126
Sina - Kaimaninseln 929917

16. Mai 2012. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Was kaum jemand für möglich gehalten hat: Man konnte auch im bisherigen Verlauf dieses Jahres mit der Anlage in längerfristigen Bundesanleihen Geld verdienen. Die Renditen für zehnjährige Papiere sind von 2,1 Prozent auf unter 1,5 Prozent gesunken, die Kurse entsprechend gestiegen. Das ist kein schlechtes Ergebnis. Aber kann das so wei­tergehen?

Die meisten halten es für unwahrscheinlich und raten von Engagements in Rentenpapieren ab. Die Renditen sind einfach zu niedrig. Allenfalls sollte man höherver­zinsliche Unternehmensanleihen kaufen, vielleicht auch Nachranganleihen mit freilich höherem Bonitätsrisiko. Wer unbedingt in Bundesanleihen investieren will, dem werden kürzere Laufzeiten empfohlen. Sie haben zwar weniger Kursrisiken, dafür aber auch erheblich niedrige­re Zinsen. zweijährige Bundesanleihen notieren derzeit bei einer Rendite von weniger als 0,3 Prozent.

Rein theoretisch müsste der langfristige Kapitalmarktzins bei etwas unter 4 Prozent liegen, also mehr als doppelt so hoch wie die Marktrendite. Man errechnet diesen Mo­dellzins aus dem langfristigen realen Wirtschaftswachs­tum (1,5 bis 2 Prozent) plus der längerfristigen Preissteige­rung (2 Prozent). Der Vergleich mit der tatsächlichen Rendite von 1,5 Prozent zeigt, wie stark der Markt übertreibt. Es gibt zweifelsohne eine Blase am Bonds-Markt.

Ich halte trotzdem weitere Zinssenkungen für möglich. Aus meiner Sicht leben viele Marktteilnehmer immer noch in der Obsession, als müssten die Zinsen nach dreißig Jahren Rückgang nun gleich wieder steigen. Sie können sich nicht vorstellen, dass niedrige Zinsen für längere Zeit der Normalzustand sein könnten.

In der Grafik habe ich die deutschen Sätze mit denen in der Schweiz verglichen. Vor einem Jahr war die Ren­dite für zehnjährige Eidgenössische Anleihen in etwa so hoch wie die heutige für Bundesanleihen. Seitdem sind die Sätze in der Schweiz auf fast die Hälfte gefallen.

Manche sagen, das könne in Deutschland nicht passie­ren, weil hier die Preise stärker steigen. In der Schweiz liegt die Geldentwertung bei -1 Prozent, in Deutschland be­läuft sie sich auf 2,1 Prozent. Nur: Für die Entwicklung des Kapitalmarkts sind die Inflationsraten derzeit wenig rele­vant. Die unglückliche Diskussion über die These der Bundesbank, dass die deutsche Inflation während des Anpassungsprozesses in der Währungsunion vorüber­gehend über der in der Gemeinschaft liegen müsse (Bildzeitung: "Inflationsalarm"), ist von den Bonds-Märk­ten gar nicht zur Kenntnis genommen worden.

Manche verweisen auf die hohe Staatsverschuldung in Deutschland, die einem weiteren Zinsrückgang entge­genstünde. Dies insbesondere auch deshalb, weil die Anforderungen an den deutschen Staat bei einer Ver­schärfung der Eurokrise noch weiter steigen könnten. Die Situation in Japan zeigt freilich, wie wenig sicher die zinstreibenden Effekte der Staatsverschuldung sind. Ja­pan hat eine Staatsverschuldung von knapp 200 Prozent. Sei­ne langfristigen Zinsen liegen unter 1 Prozent. Man könnte auch umgekehrt argumentieren: Je höher die Staatsver­schuldung, umso mehr werden die Finanzminister alles tun, um die Zinsen niedrig zu halten, damit ihr Schulden­dienst nicht so stark steigt.

Positiv für niedrige Zinsen ist Geldpolitik. Anders als in der Schweiz, hat sie im Euroraum noch weitere Locke­rungsmöglichkeiten. Die 1.000 Milliarden Euro, die die EZB Anfang des Jahres in den Markt gepumpt hat, sind noch gar nicht angelegt. Drei Viertel (EUR 770 Milliarden) liegen immer noch in der Einlagenfazilität und müssen noch disponiert werden. Die EZB hat darüber hinaus die Op­tion, den Leitzins zu senken. In der Schweiz liegt das Zielband für den 3-Monats-Euro bei 0 bis 0,25 Prozent, im Euroraum beträgt der Leitzins 1 Prozent.

Insgesamt gesehen ist ein Rückgang der deutschen Kapitalmarktrenditen auf 1 Prozent oder vielleicht noch we­niger im zehnjährigen Bereich durchaus möglich. Wer darauf setzt, muss sich freilich darüber im Klaren sein, dass das ein "heißes Spiel" ist. Eine solche Entwicklung beruht im Wesentlichen auf spekulativen Geldzuflüssen aus den südeuropäischen Peripherieländern. Allein in den ersten drei Monaten dieses Jahres sind den deut­schen Banken laut Zahlungsbilanzstatistik der Bundes­bank über 220 Milliarden Euro an kurzfristigen Geldern aus dem Aus­land zugeflossen. Im April und Mai dürfte sich dies fort­gesetzt haben. So etwas hat es seit Bestehen des Euro noch nicht gegeben. Diese Gelder sind na­türlich höchst instabil. Da kann es weitere Zuflüsse geben, wenn die Krise im Euro anhält oder sich ver­schärft, wie es jetzt im Hinblick auf Griechenland aussieht. Die Mittel können aber auch schnell wieder abgezogen werden, wenn sich die Lage stabilisieren sollte.

Für den Anleger

Drei Schlussfolgerungen: Zum einen sollte man bei An­lagen in Festverzinslichen nicht nur auf die niedrigen Ku­pons schauen, sondern auch auf die Möglichkeit von Kursgewinnen. Zum anderen gilt die alte Weisheit nicht mehr, dass Bonds-Märkte sicherer und weniger schwan­kungsanfällig sind. In den letzten zwei Jahren sind die Renditen zuerst von 2,9 Prozent auf 3,9 Prozent gestiegen (mit schmerzlichen Kursverlusten für den Anleger), dann aber wieder auf 1,5 Prozent gefallen. Zum dritten: Die Blase am Bonds-Markt kann noch anhalten, weil die Eurokrise noch lange nicht vorbei ist. Ich vermute sogar, dass sie sich auch unabhängig von den Problemen in Griechen­land erst noch einmal verschärft. Freilich muss man sich darüber im Klaren sein, dass die Blase auch ohne grö­ßere Vorwarnung platzen kann. Die Märkte sind daher nur etwas für Profis, die Gefahren schnell erkennen und rasch darauf reagieren können.

Anmerkungen oder Anregungen? Martin Hüfner freut sich auf den Dialog mit Ihnen: redaktion@deutsche-boerse.com.

© 16. Mai 2012 /Martin Hüfner

Dr. Martin W. Hüfner ist Chief Economist bei Assenagon Asset Management S.A. Er war viele Jahre Chefvolkswirt beziehungsweise Senior Economist bei der HypoVereinsbank und der Deutschen Bank. In Brüssel leitete er den renommierten Wirtschafts- und Währungsausschuss der Chefvolkswirte der Europäischen Bankenvereinigung. Hüfner schreibt für große internationale Zeitungen wie die Neue Züricher Zeitung oder die Schweizer Finanz und Wirtschaft sowie für große Zeitungen in Deutschland. Er ist Autor mehrerer Bücher, u. a. "Europa Die Macht von Morgen" und "Comeback für Deutschland"


16. Mai 2012. FRANKFURT (Börse Frankfurt). In der vergangenen Woche hatten die Marktteilnehmer hauptsächlich zwei Argumente bemüht, um ihre skeptischere Einstellung zu rechtfertigen: Die unsichere Lage Griechenlands und die kriselnde heimische Solarindustrie. Beide Negativ-Faktoren wurden in der Zwischenzeit nicht etwa entkräftet – ganz im Gegenteil. Die griechischen Koalitionsverhandlungen sind inzwischen endgültig gescheitert. Staatspräsident Karolos Papoulias befürchtet nun, der Juni könnte zum „Monat der Tragödie“ für das Land werden. Nicht nur wegen der Mitte kommenden Monats anstehenden Neuwahlen, sondern auch, weil Griechenland Ende Juni die Zahlungsunfähigkeit droht. Und was die gebeutelte Solarbranche betrifft, so kommt auch diese nicht zur Ruhe: Mit dem Solaranlagenbauer Sovello stellte zu Wochenbeginn ein weiterer deutscher Solarhersteller Antrag auf Insolvenz. Dass sich ein guter Teil unserer Panelteilnehmer in der aktuellen Erhebung noch ein Stückchen bearisher zeigt als zuvor, mag insofern kaum verwundern. Insbesondere die Privatanleger ließen sich offenkundig von der tristen Gemengelage beeinflussen und kehrten dem Bullenlager in großer Zahl den Rücken. Dabei wanderten die allermeisten auf direktem Wege ins Bären-Camp. Jene Anlegergruppe zeigt sich damit erstmals seit August 2010 mehrheitlich pessimistisch. Auch einige institutionelle Investoren wurden bearisher. Gleichzeitig gesellten sich bei den Profianlegern aber auch neue Bullen hinzu. Unter dem Strich fällt die heftige Stimmungseintrübung bei den Privatanlegern so stark ins Gewicht, dass der Bull/Bear-Index vom optimistischen ins pessimistische Terrain zurückfällt und jetzt wieder so tief notiert wie zuletzt im Februar dieses Jahres.

Der TecDAX selbst bewegte sich über weite Strecken des Berichtszeitraumes in einer relativ engen Bandbreite. Erst nach Bekanntwerden der gescheiterten Regierungsbildung in Griechenland verlor er an Boden und pendelt gegenwärtig am unteren Ende seiner Handelsspanne (bei rund 755 Zählern). Just auf diesem Niveau vermuteten wir erstes Kaufinteresse all derer, die sich dem Range-Trading verschrieben haben. Dass es im Berichtszeitraum sehr wohl auch die ein oder andere Positiv-Schlagzeile gab – QSC kündigte den Rückkauf eigener Aktien an, außerdem präsentierten zahlreiche Tech-Firmen ihre Quartalsbilanzen, die überwiegend freundlich ausfielen (z.B. bei Solarworld, Jenoptik, Freenet, Euromicron und Gigaset) – dürfte den Neu-Bullen dabei durchaus zupass gekommen sein. Ausschlaggebend für ihre Kaufentscheidung war allerdings einzig und allein der Preis bzw. das in Sichtweite gerückte untere Ende der besagten Handelsspanne.

Anders als die Privatakteure scheinen die Profianleger von der Causa Griechenland nicht nachhaltig verunsichert worden zu sein. Selbst wenn der Technologie-Index noch ein Stückchen weiter abgleiten würde, ist durchaus denkbar, dass sich auf leicht tieferem Niveau (spätestens beim März-Kurstief) weitere Käufer finden würden. Nachfrager, die dem TecDAX dann stützend unter die Arme greifen könnten, stehen gegenwärtig jedenfalls reichlich zur Verfügung.


© 16. Mai 2012/ Katrin Nink, cognitrend

Verhältnis Optimisten zu Pessimisten

BullishBearishNeutralTotal
Private 33 % 43 % 24 % 41 %
Institutionelle 38 % 41 % 21 % 59 %
Total 36 % 42 % 22 % 100 %
ggü. letzter Erhebung -3 % +7 % -4 %

TecDax-Stimmungskurve


Stand TecDAX 16.05.2012, 12.00 Uhr: 762 Punkte (-1,05 % gegenüber der letzten Erhebung), Bull/Bear-Index: 45,7 Punkte

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text DAX-Sentiment: Blockupy nur für Bären?
Mittwoch, 16 May 2012 15:31:00 GMT

16. Mai 2012. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Wenn man die jüngste Stimmungsumfrage der Börse Frankfurt unter den mittelfristig orientierten Investoren betrachtet, könnte man fast meinen, Blockupy (die drohende Besetzung des Frankfurter Bankenviertels durch Demonstranten während der kommenden drei Tage) habe auch hier seine Spuren hinterlassen. Nicht nur weil die Teilnehmerzahl der jüngsten Erhebung etwa 20 Prozent niedriger als normal ausgefallen ist. Vielmehr könnte man angesichts des Sentiment-Ergebnisses, wonach die Zahl der Optimisten deutlich zugenommen hat, sogar ketzerisch einen weiteren Schluss ziehen: Unter denjenigen, die heute ihrem Schreibtisch ferngeblieben sind, könnten sich vor allem Pessimisten befunden haben, die nun bei der jüngsten Erhebung fehlen. Natürlich sind derlei Gedankenspiele reine Spekulation und haben nichts mit dem tatsächlichen Erhebungsergebnis zu tun.

Besonders interessant ist dieses Mal jedoch die Analyse der Händlerwanderungen ausgefallen. Zum einen finden wir nämlich die höchste Polarisierung seit Dezember 2009 vor. Dies ist insofern bemerkenswert, da es gerade einmal gut zwei Monate her ist, als unter den Börsianern ein ungewöhnlich hoher Grad an Unentschlossenheit festzustellen war. Zum anderen fällt auf, dass sich der deutliche Zuwachs bei den Optimisten zu zwei Dritteln aus Akteuren speist, welche die Kursentwicklung des DAX zuletzt von der Seitenlinie aus betrachtet haben. Offensichtlich ist dieser Gruppe die jüngste DAX-Schwäche infolge der dramatischen Ereignisse in Griechenland wohl doch etwas überzogen erschienen, weswegen sich der ein oder andere Akteur als Schnäppchenjäger betätigt haben mag. Zumal alle Marktteilnehmer, die aus Angst um Griechenland Aktien verkaufen wollten, diese Absicht spätestens gestern vollzogen haben dürften.

Während man sich hierzulande wahrscheinlich (zu) stark auf Griechenland fokussierte, dürften die Bedenken der internationalen Investoren wesentlich weiter reichen. Abgesehen von Wachstumssorgen in der Eurozone, ergab die globale BofA/ML-Fondsmanager-Umfrage, die zweitgrößte Sorge der internationalen Vermögensverwalter (nach Griechenland) gelte Frankreich, das innerhalb der kommenden zwölf Monate für eine negative Überraschung gut sei. Zumindest haben sich diese Bedenken im französischen Aktienindex ausgedrückt, der während der vergangenen beiden Wochen mehr als 16 Prozent an Wert verlor – also bedeutend mehr als der DAX (gut 8 Prozent in der Spitze).

Das Bullenlager hat allerdings auch von Pessimisten aus der Vorwoche profitiert, von denen sich immerhin ein Viertel für die von uns erwarteten Gewinnmitnahmen entschieden hat, weil sich bei der Entwicklung des DAX schnelle Abwärtsbewegungen nicht so recht einstellen wollten.

Damit setzt sich der jüngst aufgekommene Optimismus aus zwei Strömungen zusammen. Zu zwei Dritteln ist er kurzfristig orientierten Schnäppchenjägern zuzuschreiben, während die nunmehr reduzierte Zahl der verbliebenen Pessimisten einen längeren Handelshorizont im Auge haben dürfte und sich immer noch gegen den Worst-Case abgesichert sehen möchte. Unser Bull/Bear-Index liegt nunmehr leicht über dem Jahresmittel, so dass man den DAX derzeit als relativ fair bewertet bezeichnen kann – größere Schieflagen sind nicht auszumachen.

© 16. Mai 2012/Joachim Goldberg, cognitrend

Verhältnis Optimisten zu Pessimisten

BullishBearishNeutral
Total 47 % 39 % 14 %
ggü. letzter Erhebung +10 % -3 % -7 %

DAX-Stimmungskurve


Stand DAX 16.05.2012, 12:00 Uhr: 6.350 Punkte (-1,75 % gegenüber der letzten Erhebung), Bull/Bear- Index: 54,4 Punkte

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text Markttechnik: Trendwende lässt auf sich warten
Mittwoch, 16 May 2012 14:22:09 GMT

16. Mai 2012. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Mehrfachen Erholungsversuchen zum Trotz ist nach Ansicht technisch orientierter Analysten die Talsohle im DAX noch nicht erreicht. Zu hoch scheint das Ereignisrisiko im politischen Umfeld. Mit der gescheiterten Regierungsbildung befinde sich Griechenland in einer politischen Sackgasse. Im Zusammenhang mit wahrscheinlichen Neuwahlen im Juni und der damit einhergehenden möglichen Stärkung der Spargegner kursierten Spekulationen über einen erdenklichen „Grexit“, einem griechischen Zahlungsausfall und Austritt aus der Gemeinschaftswährung. Schätzungen über die Kosten eines solchen Schritts für die Europäische Union reichen von 280 bis 400 Milliarden Euro.

Positive Konjunkturdaten setzten diesem düsteren Szenario gegenwärtig wenig entgegen. Fundamental überzeugt zwar der Anstieg des deutschen Bruttoinlandsprodukts um 0,5 Prozent in den ersten drei Monaten dieses Jahres gegenüber dem Quartal zuvor. Dieser Kurs könne nach Analystenmeinung aufgrund von Wachstumsproblemen in einigen anderen Euroländern im Jahresverlauf vermutlich aber nicht aufrecht erhalten werden.

Kehrtwende Fehlanzeige

So erklärt Gregor Bauer auch den jüngsten Versuch einer Bodenbildung im deutschen Aktienbarometer für gescheitert. „Damit ist die Hoffnung auf eine baldige Umkehr der Abwärtsbewegung im DAX erst einmal zunichte gemacht.“ Insbesondere der Durchbruch unter den bisherigen Unterstützungsbereich um 6.600 bis 6.500 Zähler unterstreiche die aktuell sehr bearishe Stimmung der Investoren. „Bei diesem Preisniveau kam kein kursunterstützender Kaufdruck mehr in den Markt“, erklärt der unabhängige technische Analyst.

„Am heutigen Mittwoch wurde dann auch der letzte Rettungsanker, eine Unterstützung um 6.400 Punkte, nach unten durchbrochen.“ Als wenig ermutigend beurteilt Bauer zudem die Tatsache, dass durch diese Kursbewegung knapp über 50 Prozent der Aufwärtsbewegung von Dezember 2011 bis März 2012 korrigiert worden sei. „Damit wurde der Abwärtstrend seit März 2012 nochmals bestätigt.“ Als nächstes Kursziel nennt Bauer den Bereich bis 6.100 Punkte. Anlegern rät er Aktienkäufe solange zurückzustellen, bis ein Umkehrsignal zu erkennen ist.

Bären halten Bullen in Schach

Im Verlassen des zentralen Hausse-Trends, dessen Trendlinie sich zuletzt um 6.630 Punkte bewegt habe, erkennt Petra von Kerssenbrock sowohl eine räumliche als auch zeitliche Ausweitung der seit Mitte März anhaltenden Konsolidierung im DAX. „Denn das deutsche Aktienbarometer ist damit unter die kurzfristige Unterstützung um 6.500 bis 6.600 Punkte, aber auch unter die 100-Tage-Linie gefallen“, erklärt die Charttechnikerin der Commerzbank. Als nächste Unterstützung im DAX macht sie den Bereich der 200-Tage-Linie um 6.200 Zähler aus.

Beginnend bei 4.965 Punkten habe der deutsche Leitindex ab September vergangenen Jahres einen steilen Hausse-Trend durchlaufen. Nach der beschleunigten Aufwärtsbewegung zum Jahresbeginn markierte der deutsche Bluechip-Index seine Jahrestops bei 7.194 Zählern. „In Folge des Kursanstiegs von rund 44,8 Prozent ging der DAX auch aufgrund der mittelfristig überkauften technischen Lage in eine Konsolidierung über.“ Hierbei habe das Aktienbarometer den beschleunigten Aufwärtstrend zunächst zur Seite verlassen, bevor es unter die zentrale Hausse-Linie ging.

Anlegerstimmung für Standardwerte verbessert sich

Optimistischer beurteilen dies die 300 von der Börse Frankfurt wöchentlich befragten aktiven Investoren. Mit einem Bull/Bear-Index für den DAX von 54,4 gegenüber 47,2 Punkten in der Vorwoche hebt sich die Anlegerstimmung wieder über die Marke von 50, die Optimisten und Pessimisten voneinander trennt. Die Bullen gewinnen mit 10 Prozent der Befragten deutlich sowohl von den Bären als auch den neutral Gestimmten hinzu. 47 Prozent sind nun long.

Umgekehrt kippt die Grundstimmung bei den Technologiewerten in den pessimistischen Bereich, der Bull/Bear-Index sinkt von 52,9 auf 45,7. Insgesamt 7 Prozent Investoren wechseln von den Bullen und den neutral Gestimmten zu den Bären, die mit 42 Prozent nun die stärkste Gruppe bilden. Der Bull/Bear-Index misst das Maß an Optimismus im Markt. Dafür werden die Optimisten ins Verhältnis zu den Pessimisten gesetzt und mit den neutral Gestimmten gewichtet. Werte unter 50 Punkte zeigen eine pessimistische Gesamtstimmung der Anleger. Was es bedeutet, können Sie ab 17 Uhr bei boerse-frankfurt.de/sentiment lesen.

© 16. Mai 2012 / Iris Merker


text Devisen: Euro angeschlagen
Mittwoch, 16 May 2012 12:47:05 GMT

16. Mai 2012. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Die Turbulenzen um Griechenland belasten den Euro mittlerweile doch. Die Gemeinschaftswährung hatte sich in den vergangenen Monaten relativ stabil gezeigt, seit Anfang Mai sieht anders aus: Kurz vor Christie Himmelfahrt rutscht der Euro sogar erstmals seit Januar wieder unter die Marke von 1,27 US-Dollar. „Die Unsicherheiten darüber, ob die Reformmaßnahmen in Griechenland umgesetzt werden oder das Land doch zahlungsunfähig wird und gegebenenfalls aus der Eurozone austreten muss, sind zuletzt deutlich gestiegen“, kommentiert Katrin Clasen von der HSH Nordbank.

Kein Ende in Sicht

Die Euroschwäche wird sich nach Ansicht der meisten Analysten noch fortsetzen: „Solange die politische Hängepartie andauert, droht der Euro noch stärker unter Druck zu geraten“, meint die Commerzbank. Auch die HSH Nordbank ist skeptisch: Erst wenn sich eine Lösung in Sachen Griechenland abzeichne, könne die Gemeinschaftswährung wieder Fuß fassen. Chancen auf ein gutes Ende sieht die Bank aber durchaus: Sie geht nämlich davon aus, dass „die Fronten aufweichen werden“.

„Neuwahlen in Griechenland kommen einem Referendum über den Euro gleich, daher sollte das Ergebnis gemäßigter ausfallen“, erläutert Clasen. Zudem zeichne sich bei den Geberländern Kompromissbereitschaft ab, etwa in Form einer Streckung der Sparmaßnahmen. „Die Unsicherheit bleibt aber erst einmal“, meint die Devisenexpertin und verweist auch auf die kritische Lage des spanischen Bankensektors und die zuletzt enttäuschenden Konjunkturdaten im Euroraum. „Wir sehen den Euro Ende September bei 1,27 US-Dollar.“

Pfund ist kein Schweizer Franken

Gegenüber dem britischen Pfund sank der Euro sogar auf das niedrigste Niveau seit Herbst 2008: Aktuell kostet die Gemeinschaftswährung nur noch 0,80 Pfund, Ende Februar waren es noch fast 0,85, im vergangenen Sommer sogar 0,90 Pfund. Dennoch ist Christian Apelt von der Helaba überzeugt, dass das Pfund nicht „zum neuen Schweizer Franken“ wird: In Großbritannien laufe es wirtschaftlich nämlich kaum besser als in der Eurozone. „Das Bruttoinlandsprodukt schrumpfte zuletzt zwei Quartale in Folge, das Land befindet sich also in einer technischen Rezession.“ Dazu kämen Leistungsbilanz- und Haushaltsdefizit. „Ökonomisch spricht daher wenig für das Pfund als sicheren Anlagehafen.“ Der Euro-Pfund-Kurs werde im zweiten Halbjahr wieder auf 0,85 und darüber hinaus ansteigen.

„Es handelt es sich eher um eine Euroschwäche als eine Pfundstärke“, urteilt Katrin Clasen und verweist ebenfalls auf die schwache Konjunktur auf der Insel. Aufgrund der Probleme in der Eurozone werde das Pfund vorerst aber gefragt bleiben, die Analystin prognostiziert per Ende September einen Kurs von 0,79 Pfund zum Euro. Erst mit einer politischen Stabilisierung Kontinentaleuropas werde sich die Gemeinschaftswährung erholen können.

Yen hebt ab

Auch der Yen haussiert – obwohl sowohl die wirtschaftlichen als auch die geldpolitischen Rahmenbedingungen nicht unbedingt für eine starke japanische Währung sprechen. Der Yen ist eindeutig Profiteur der Krise in Europa. Aktuell kostet ein Euro 102 Yen, Ende März waren es noch 110 Yen. Auch gegenüber dem US-Dollar konnte die japanische Währung zuletzt aufwerten und notiert im Moment bei 80 Yen. Unter diese Schwelle wird es Clasen zufolge aber wohl nicht gehen: „Hier nimmt die Interventionsbereitschaft der japanischen Notenbank zu.“

Down Under-Währung schwächer

Gegenüber den Rohstoffwährungen wie dem australischen Dollar zeigt sich der Euro unterdessen fester. Für einen Euro müssen aktuell 1,28 australische Dollar gezahlt werden, Mitte April waren es nur 1,26 Dollar. „Auf die Rohstoffwährungen strahlt die aktuelle Schwächephase der chinesischen Konjunktur und damit der Rohstoffpreise ab“, erläutert die Commerzbank.

Zudem hat die australische Notenbank den Leitzins Anfang Mai überraschend stark gesenkt. Der Commerzbank zufolge wird sich der Trend aber nicht fortsetzen: „Diese Phänomene dürften eher vorübergehender Natur sein, während die EWU-Budgetkrise über kurz oder lang eine weitere Ausweitung der EZB-Bilanz – mit entsprechend negativen Folgen für den Euro – zu erzwingen droht.“

Ölpreis belastet Norwegerkrone

Anleger, die auf der Suche nach Alternativen zum Euro auf norwegische Kronen gesetzt haben, machen derzeit ebenfalls lange Gesichter: Nachdem die Gemeinschaftswährung gegenüber der Krone im März auf ein Neunjahrestief bei 7,39 gefallen waren, hat sie sich deutlich erholt: Aktuell sind wieder 7,64 Kronen für einen Euro zu zahlen. Der Grund: die Ölpreisschwäche. Die norwegische Volkswirtschaft hängt nämlich stark am Ölpreis – und dieser hat seit Erreichen des Jahreshochs Anfang März um über 13 Prozent nachgegeben.

© 16. Mai 2012/Anna-Maria Borse



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